ig Erste Abhandlung.
auch gar nicht von der größten Wichtigkeit war, disStaatsbedienten versetzte, mag dieser seyn: die Mau-ren belagerten in dem ltiygstenIahr die Festung Ceutain Afrika; sie droheten ein gleiches, nach Eroberung der-selben, mit der noch wichtigern Festung Oran vorzu-nehmen. Es zeigten sich nicht nur eine Menge Schwie-rigkeiten um Kriegsvölker zu finden, durch welche dieschwachen Besatzungen in beyden Orten sollten verstärktwerden, sondern es fehlte auch an Transportschiffen,worauf dieselben samt den nothwendigsten Bedürfnissenkonnten hinübergeschiffet werden: doch war der spanischeStolz zu groß, sich deßwegen an England zu wenden.Der Marquis von Harcourt trug bey dieser Verlegen-heit und Mangel den schleunigen Beystand seines Her-ren an. Dies würde eine sehr erwünschte Begebenheitfür Ludwig XIV. gewesen seyn, neuen schimmerndesRuhm einzuernden, seinen Namen auch Marocco so wieAlgier schrecklich zu machen, und der Retter und Be-schützer Spaniens zu seyn. Doch die Königinn wußtediesen großmüthigen Antrag, als der Ehre Spaniensunanständig, unter nichtigen Verwänden abzulehnen, ob-gleich die Annahme desselben von allen, die ihr Vater-land aufrichtig liebten, sehnlich gewünscht wurde. Mitgroßer Noth nur konnte Spanien Ceuta gegen die Ma-rorcaner erhalten. Frankreich gewann aber doch durchdiesen Antrag, denn er verdrängte einen Theil der Vor-urtheile, die in des Königs Gemüthe gegen Frankreichherrschten, und wurde die Ursach, daß Karl n. anfienggünstiger gegen Ludwig XIV. und sein Hans zu denken,als bis dahin geschehen war. Dies war eines der Mit-tel, durch welche der französische Gesandte den Vortheilseines Herren weit stärker beförderte, als wenn derselbeSchlachten gewonnen hätte.
Hatte der Kaiser gleich keinen Theil an den Unter-handlungen zwischen Frankreich und England wegen derspanischen Thronfolge; so versäumte er doch an dem spa-nischen