Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. ry
vischen Hofe nichts, wodurch er eines erwünschten AuS-schlags seiner Absichten gesichert zu seyn hofte. DieGrafen vonHarreuch, Vater und Sohn, welche alskaiserliche Gesandte an dem Hofe zu Madrit stunden,waren eben so feine Staatsmänner als der M- von Har-court ihr Gegner. Die Königinn selbst, welche überihren schwachen Gemahl sehr vieles vermochte, und alsoSpanien durch ihre besondern Vertrauten von beydenGeschlechtern regierte, liest sich alle Maßregeln des kai-serlichen Hofes, und der Grafen von Harrach gefallen.Sie unterstühte dieselben durch ihr Ansehen und durchdie ihr blind ergebenen geheimen Staarsbedienten. MaNsetzte von dieser Seite her dein König noch vor demRyßwikschen Frieden zu, er möchte sich einen Nachfolgerernennen. Man empfahl ihm hierzu den zweyten Prinzdes Kaisers, den Erzherzog Aarl. Aber die Ernen-nung seines Thronfolgers, und noch mehr die Berufungdesselben an seinen Hof, war dem König ein unerträgli-cher Gedanke. Er machte sich immer auf Gesundheit,längeres Leben, sogar auf LeibeSerben, Rechnung. SeineSchmeichler bestärkten ihn noch mehr in diesen trügen-den Erwartungen. Es wurde zwar noch bey Lebzeitender Königinn Mutter ein Testament von dem König un-terschrieben, durch welches dem bayerschen Kurprinz dieThronfolge versichert wurde; jedoch dasselbe wurde aufVorstellungen seiner zwoten Gemahlinn, und des GrafenVon Harrach wieder von dem König mit eigner Handzerrissen. Auch gegen den Rath des Kardinals Porto-carrero, der König möchte die Staacen seines Reichsversammeln lassen, um durch die Stimme der Nationsich einen Nachfolger zu ernennen, bezeugte der Monarcheinen nicht geringen Unwillen.
Jedoch erklärte sich der König in dem luvtenJahre auf die dringenden Vorstellungen des Kaisers,und dessen Gesandten: Er wolle den Erzherzog Karlan seinen Hof berufet,, wenn der Kaiser zu gleicher ZeitB r M