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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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31
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Ueber den-'spanischen Thronfolgekrieg. zr

ihrer Lage wegen beträchtliche Landschaft aufgenommen-erhalten. Schon öfter hatte es den Anschein gewonnen,es sollte das bayersche Fürstenhaus eines der mächtigstenunsers Erdtheilö werden. Diese glänzenden Erwartun-gen verschwanden aber jedesmal wiederum gar bald.Durch Erhebung dieses Hauses auf den spanischen Thronsollte der Besorgniß und Eifersucht aller europäischenMachte ein Ziel gesetzt werden. In Absicht desselbenvereinbarten sich die Gerechtigkeit und Staasklugheitgenau. — Der Kurfürst sollte die Regierung im Na-men seines Prinzen verwalken, wenn Karl U. vor dessenVolljährigkeit sterben sollte; eine gerechte Sorgfalt!Daß aber der Kurfürst, wenn der Prinz minderjährigabsterben sollte, in dessen Rechte eintreten, daß derselbeKönig von Spanien und Indien seyn sollte, — ist einZusatz des Vergleichs, für welchen der Geschichtschrei-ber vielleicht die währen Gründe nicht anzugeben vermag.Vermuthlich war es, weitn der Fall also kommen sollte,keiner der dreyen Mächte aufrichtiger Entschluß, diesenUmstand zur Wirklichkeit zu bringen; denn hätte gleichFrankreich denselben ausführen wollen, so würde der Kai-ser sicher Mittel gefunden haben, solches sehr zu er-schweren. —

Der Theilungsvergleich konnte nicht lang ein Ge-heimniß bleiben, und der spanische Hof erhielt bald zu-verläßige Nachricht von dessen wesentlichem Inhalt.Daß fremde Mächte über dasjenige, was SpanienausschliessungSweise allein anzuordnen zukam, Verfü-gungen trafen, — dies erweckte das äußerste Mißver-gnügen; die Ohnmacht dieses Hofs war indessen die Ur-ftlch, daß dasselbe wenig geachtet wurde. Um aber denTheilungsvertrag zu zernichten entschloß sich der schwa-che König mit seinen Staatsbedienten eine eigene Ver-ordnung, in testamentlicher Form, zu errichten, in der

schmeichelnden Erwartung, daß, da er allein berechti-get