Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 8r
werden können. Die Republik bewog vielmehr Eng-land, das so mächtige Nachgeben Frankreichs nichtanzunehmen, und man freute sich so gar in denNiederlanden, daß England und die Parthey des Her-zogs von Marlborough Verwände ertheilten, die ge-thanen Anträge, unter dem Vorwand, daß dieselben nichtaufrichtig gemeint seyen, abzuweisen, den Krieg hinge-gen mit gleicher Hitze und Stolz so wie bisher fortzuse-tzen. — — Diese Vorstellungen, welche schon dazu-mal in den Niederlanden von denen, welche aufrichtigdie Wohlfahrt des Vaterlandes liebten, selbst von demStaatöpensionair, obgleich nicht mit demjenigen Nach-druck, mit welchem er öfters seine Gesinnungen herrschendzu machen wußte, vorgetragen wurden, waren zu einerZeit da nur die Leidenschaften, nicht aber die Vernunft,die Feinde Frankreichs vereinbarten, ganz fruchtlos. AlleVorstellungen, welche gegen diejenigen Gemüther, dienoch am wenigsten erhitzet schienen, gemacht wurden,sahe man als Kunstgriffe an, um die Bundsgcnossen zutrennen, und Frankreich auch für die Zukunft das Über-gewicht zu verschaffen, da doch keine Zeit tauglicher seynkönnte dasselbe tief zu erniedrigen, als wenn der Kriegnoch ein, höchstens zwey Jahre fortgesetzt würde.
Das größte Mißtrauen , welches man gegen dieAnträge Frankreichs haben konnte, die zur Grundlagedes Friedens dienen sollten, bestund darum, dem KönigPhilipp die Abtretung Spaniens gegen die minder ginn-zende und mächtige Krone Neapolis zu belieben, unddiesen Prinz zu bewegen sich nach Neapolis versetzen zulassen. Aber auch in diesem ausnehmend wichtigen Um-stand suchte Frankreich aufrichtig zu handeln, und dieHindernisse so viel als möglich zu heben. Der Herrvon RouiUe' sollte in Kraft seiner Vollmacht den Ab-geordneten der Republik vorstellen: sie sollte ihre kräftigeVermittlung bey dem Kaiser daran wenden, daß dieserPrinz seine Kriegsvölker aus der Hauptstadt und dem
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