ii4 Zwote Abhandlung.
Der Marquis von Torcy schreibt: dazumal erfuhres Ludwig, daß der Zustand eines Monarchen und un-umschränkten Beherrschers eines weitläufigen StaatSnicht immer der glücklichste und wünschenswürdigste sey.Er empfand es, daß, wenn er gleich über andere Men-schen erhaben, er auch desto mehr ausnehmenden Glücks»umstürzen ausgesetzt sey; daß je höher man stehe, destoempfindlicher sey der Fall; daß es für einen großen Fürsteine Quelle von eben so lebhaftem als gerechtem Schmerzesey, sich von allen Seiten her angefallen zu sehen, ohneim Stande zu seyn, weder den Rrieg auszuhalten,noch den Frieden zu erlangen.
Ich lasse es dahin gestellt seyn, ob der Marquis demKönig nicht zu sehr geschmeichelt, wenn er von demselbenbemerket, er habe alle diese Widerwärtigkeiten mit hel-denmüthiger Sündhaftigkeit, ja gar mit vollkommnerUnterwerfung eines Christen gegen die Wege der Vor-sehung ertragen. — Kaum habe man es an ihm be-merken mögen, daß er sich Gewalt anthue, um vor demgroßen Haufen der Hofbedienken den geheimen Kum-mer seines Herzens zu verbergen. Dieser se» so wenigsichtbar gewesen, daß eben daher der allgemeine Wahnentstanden, seine eigene Ehre liege ihm naher an deinHerzen, als das Elend des Königreichs; er ziehe derunumgänglichen Nothwendigkeit des Friedens die Er-haltung einiger Festungen vor, deren Eroberung oderEinnahme er in Person bengewohner: — könnte ersich entschließen dieselben abzutreten, dann würde dasvon allen Seiten gedrängte Reich bald den F, irden ge-nießen, der einzig von der Aufopferung dieser Feltl.ngenabhänge. — Aber Gott, fährt er fort, wollte zuvorden König demüthigen, und dann den Uebermurh derFeinde züchtigen. Der König habe sich dem Winkeder Vorsehung unterzogen, und sich zu neuen Au,opfe-rungen entschlossen.
Der