Ueber den spanischen Thronfolgekricg. 115
c Der President von Rouille' sollte nochmals das
. Werkzeug zu Erlangung des Friedens seyn. Er erhieltz neuen Befehl, die Unterhandlungen, wenn immer mög-i. lich, mit den Abgeordneten der Republik nochmals an-
- zusangen. — War es aber inchc eine Art von Der»
« blendung, daß die geheimen Räthe des alten Königs im-
c> wer auf dein , schädlichen Vorurtheile stehen blieben,
i Frankreich könne durch kein ander Mittel als durch die
e vereinigten Niederlande den Frieden erhalten; dies sey
e die einzige wider den König verbundene Macht, welche
, wegen ihres besondern Vortheils müsse gewonnen wer-den, ihm denselben zu bewilligen: da doch die königli-
1 chen Minister zu den Staaten der vereinigten Nicder-„ lande keine wahre Zuneigung trugen, vielmehr dieselben
. im Herzen verachteten. Die Nachrichten des Presiden-
r ten überzeugten sie auch genugsam, daß die Republik« weder den Willen habe für sich selbst in eine Unterhand-
- lung sich einzulassen, noch die Macht die BundSgenvssen^ zu vermögen, billigen Vorschlägen Gehör zu geben,l- Es war ein Unglück, daß es die Ministers zu Versaillesg nicht einsehe» wollten, der Vorzug, den sie bis dahinn den vereinigten Niederlanden vor England gegeben,n habe diese Macht, aus welche doch das allermeiste an-r kam, eifersüchtig gemachr, daß dieselbe weder die der Repu->« blik erzeigte Ehre, sich mit Vorbeygehung Englands anr die Staaten zu wenden, noch die ausnehmenden ihr an-c getragenen Vortheile mit Gleichgültigkeit ansehen könne;
S daß sie also durch England, wenn inan sich diese Krone!« verbindlich machen würde, in allen Absichten leichteru und minder gedemüthiget ihren Zweck erreichen würden,r Es ist besonders merkwürdig und ein Beweis von derr äußersten Niedergeschlagenheit des französischen Hofs,e daß da demselben bekannt war, wie die Parthey der
- TorryS in England alles daran sehe, den Herzog vonMarlborough und seine Anhänger zu stürzen, er nichtdurch seine geheimen Kundschafter zu London alles thun
r H 2 ließ,