Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. n?
> der Führung dieses schlichen Geschäfts vorgeworfen
« werden: es wäre denn, daß man ihm Vorwürfe ma-
- chen wollte, er habe die Absichten der niederländischen
« Abgeordneten, ihn mit leeren Worten aufzuziehen und) die Friedensbedingnisse bey jeder Unterredung zu er-
-> Höhen, — zu spät eingesehen. — Der Mar-
« guis, der seiner Geschicklichkeit vieles zutrauete, wagte
- ausnehmend. Einen rühmlichen und vortheilhaften
, Frieden nach einem siegreichen und glücklichen Kriege
- Zu Stande zu bringen, erwirbet keine große Ver-
d diensie, fodert auch keine außerordentliche Geschicklich-
- keit. Aber einen Frieden nach einem viele Jahre ge-
>r daurren unglücklichen Kriege mit den kostbarsten Opfern
n erkaufen; das Werkzeug zu seyn, sein Vaterland und
!, seinen König zu demüthigen; den Feinden alle, oder
c- die allermeisten, in vorigen glücklichern Kriegen über
N sie erhaltenen Vortheile wiederum abzutreten — ist noch
weniger verdienstlich und ruhmvoll. Kein Kluger läßt
sich mit gutem Willen zum Vorwurf der allgemeinenÜ Verabscheuung und Tadel der Lebenden und der Nach-r- weit machen. Dies wagte doch der Marguis unterlS einem ausgelebten König. Der Thronfolger erweiset
er selten demjenigen Dank, der ob wohl die unschuldige
e, Ilrsach der Demüthigung des Staats gewesen. —
!N Oder war es reine Vaterlandsliebe, daß der Mar-
ch guis seine Dienste dem König zu einem Geschäfte und
h- Dienste darbot, da solche von niemand erwartet wur-
er den? da jeder andere Ursache hatte, solchen Geschäft
:n ten auszuweichen? Freylich ist ein elender, ein schme-ck rcr Friede immer noch erträglicher, als einen Unglück-en liehen Krieg noch länger aushalten müßen. Derje.
iv nige, st bey solchen Umstanden den Frieden auch durch
n« kostbares Nachgeben, durch Verlust zuvor erlangten
>t, Ruhms erhalt, oder erkauft, kann als ein Wohlkhä-
,c- ker des Staats angesehen werden. Aber sind diejeni-
ey gen, so über öffentliche Handlungen urtheilen, welche
er H z den-