nZ Zwote Abhandlung.
denselben ihren Werth oder Unwerth bestimmen, istselb't die Nachwelt immer klug, immer gerecht? Torcyhat es wahrscheinlich für sehr verdienstvoll angesehen,einen unumgänglich nothwendigen Frieden, mit so we-nigen Aufopferungen als immer möglich war, zu erhal-ten. Hat er aber sich geschmeichelt, daß er die einzigehierzu taugende Person sey, daß jeder andere als er den-selben unter noch schwerern und schimpflichern Beding-nissen angenommen hatte; so war es Uebermuth, derZüchtigung verdiente.
Torcy hat schwerlich sich vorgestellt, daß er durchnoch größere Anerbietungen, als der President thundurfte, durch geduldige Ertragung noch empfindlichererKränkungen — nach einem monatlichen Aufenthalt indem Haag; nach persönlichen Zusammenkünften mitdem Prinz Eugen, dem Herzog von Marlborough unddem SraatSpensionair HeinsiuS, — dennoch unverrich-teter Sachen zurück zu reisen gemüßiget seyn werde. Ergetrauete es seiner Geschicklichkeit in Unterhandlungen zu,auch die geheimen Absichten der Gegner auszuforschen,wie weit dieselben seinen König dringen wollten? wieweit er ihnen also nachgeben? was er vorzüglich vor an-dern Unterhändlern aus seinem Herren annoch erhaltenkönne? Die Gunst, welche er bey dem König genoß,die so sehr erweiterte Vollmacht weit stärker nachzuge-ben, als anfänglich die Feinde gefodert hakten; seine ge-uaueste Kenntniß der Gesinnungen des Königs und daßderselbe nichts höhers als den Frieden wünsche, weil der'selbe mit Grund besorgte, noch ein einziger unglücklicherFeldzug stürze den Staat in unwiederbringliches Ver-derben ; daß er sich des Königs Ungnade nicht zuziehenwerde, wenn er gleich in jenem und diesem Punkte diekönigliche Vollmacht überschreite, wenn er nur dadurchden Frieden erkaufen könnte; — alle diese Betrachtun-gen stellten ihm einen erwünschten Auöschlag seines ganj
außer-