Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 129
innere sich dieses Vorfalls gar wohl, aber er habe nichtvergessen, daß die beyden sächsischen Ministers, welchediesen Artikel unterzeichnet, noch dermal in ihrer Gefan-genschaft die Ungnade ihres Herren zu beseufzcn Ursachehaben. — Ob Torcy eine Vollmacht von seinem Kö-nig ausweisen könne, daß der König Philipp Spanienverlassen werde, wenn er Neapolis behalten sollte? wareine andere Aufgabe, welche die Abgeordneten ihm vor-legten, und worüber man sich auch nicht wenig ereiferte.Sollte man aus dieser Ansoderung nicht vermuthen, dieBundsgenossen möchten sich endlich noch bequemen, überdiesen Punkt Frankreich nachzugeben? und doch war esnicht also. Da die verlangte Vollmacht nicht konnteunter Augen gelegt werden; so hieß es, wenn die Mi-nisters des Königs nicht bevollmächtiget seyen, über Ar-tikel von der ersten Wichtigkeit abzuschließen, so sey esauch nicht möglich Maßregeln festzusehen, vermittelstderer die Erösnung des Feldzugs hintertrieben werdenkönne. Dies gab Gelegenheit in ruhmredige Lobeser-hebungen auszubrechen, wie so vortrestich alles bey denVerbündeten dazu in Bereitschaft siehe, und welche mäch-tige Hofnungen sie sich von einem abermaligen glücklichenFeldzug versprechen dürsten. Man versehte ihnen aber,es sey für Frankreich auch nach einem unglücklichen Feld-Zug weit rühmlicher und vortheilhafter alles wiederumin den Stand, in welchem sich die Sachen beydem pyre-näischen Frieden befunden haben, zu versehen, als der-Mal die harten Bedingnisse einzugehen, welche die Re-publik für ihre Verbündeten fodere.
Der Marquis that den Vorschlag, der Rönig Phi-lipp sollte drey Monate Zeit haben sich zu beden-ken. Lasse derselbe diese Zeit ohne einen festen Enr-Hhluß zu fassen, hinfließen, so solle alle seine Er-wartung einer Entschädigung vernichtet sey,»:allein der Gegentheil merkte die hierunter verborgeneAbsicht, die Erösnung des Feldzugs zu hintertreiben.
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