148
Dritte Abhandlung.
Obermackit des Kaisers, und der gute Zustand seinerAngelegenheiten seyen genügsame Gründe, sich von ei'nem beschwerlichen Frieden frey zu machen. — Derkaltblütige Marquis legte es dem Pensionair und übri-gen Bevollmächtigten zu beurtheilen vor, ob man wohlsolche Grundsätze zum Fundament einer Friedenshand-lung annehmen könnte? Der Prinz, der nunmehr eSbereute, daß er sich von seinem Eifer hatte zu weit hin-reisten lasten, wollte zwar seinen Reden eine minder an-stößige Wendung ertheilen, dennoch soll er bey nochimmer anhaltender Hitze ein Geheimniß seines Hofsentdeckt haben: „daß das Elsaß, wenigstens die Be-lehnung init der Landvogtey über die ehemaligenReichsstädte, dem Herzog von Lothringen als eine Ent-schädigung für besten Rechtsame an Monkftrrat zuge-dacht sey." Anbey beschwerte er sich, daß Frankreichsich so lange weigere, diesem Prinz wegen der seinemHause entzogenen Prevote' von Longwik Gerechtigkeit
wiederfahrcn zu lasten.-") Alle diese Gründe,
Federungen und Gegenfoderuneen trugen das ihrige bey 'die öffentliche und geheime Erbitterung zu vergrößern.
Sehr ungern sahen beyde Seemächte die Abtretung ldes Elsaß. Und wenn ist es geschehen, daß man auch ,bey dem glücklichsten Kriege einem der Bundsgenossen, !besonders wenn derselbe die wichtigste seiner Foderungen ^erhalten konnte, alle und jede übrige Ansprüche, alleswas demselben anständig war, errungen habe? oderwenn ists geschehen, daß man minder wichtiger, nichtnothwendiger Rückfoderungen wegen, eine schon weit ge-brachte, äußerst ruhmvolle Friedensunterhandlung deß-wegen abgebrochen habe? Die Abtretung des Elsaß !konnte nur in so fern ihnen angenehm seyn, als solche dieMacht Frankreichs schwächte. — Wo ist aber der
wahre
») S. die LIemoires 1'. II. S. 82.