Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 149
wahre Staatsvortheil, wenn man behülflich ist eine an-dere Macht auf Unkosten einer dritten sich selbst und derNachwelt fürchterlich zu machen? — Dem deutjchenReich ist das österreichische Haus eben so oft nachtheiliggefallen, als Frankreich. Stund nicht von demselbender Republik ein gleiches Schicksal zu erwarten bevor,als sie von Frankreich seit vierzig Jahren so wohl wirk-lich erduldet als befürchtet hatte? — Auch der zweyteVorschlag des Herrn Heinstus, das Elsaß sollte Frank-reich nach Anleitung des münstcrschen Friedens verklei-den , aber so daß es Landau, Breisach und das FortLouis dem Kaiser und dem Reiche abtrete, war wederdem Marquis, noch dein Prinz angenehm: dem letztemdeßwegen nicht, weil er sich beredete entweder setzt,oder niemals sey der Zeitpunkt günsiig, diese wichtigeGrenzlandschast Frankreich zu entreißen. Dem Herrnvon Eorcy stund er deßwegen nicht an, weil Frankreichvon dieser Seite, wenn die Grcnzfestungen in die Ge-walt des Kaisers sielen, demselben ungehindert offenstehen würde, und er nach seinem Wohlgefallen in dasKönigreich eindringen könnte. Er meinte, die Gerech-tigkeit erfodere eö, da die Seemächte so sehr bedachtseyen, den auf Frankreich eifersüchtigen Staaten Vor-mauern zuzuwenden, daß dieser Krone wenigstens dieje-nigen gelassen werden sollten, in deren Besitz sie sich be-finde. — Dennoch, um auch bey diesem Artikel dieAnstöße zu heben, wagte es Eorcy seine Vollmacht zuNberschreiren, welche ihm nur die Abtretung der «Ltadt^traßburg samt der Festung Reit gestattete, wennvorher die neuen Festungswerke zernichtet worden, undbeyde Festungen in dein gegenwärtigen Zustandbem Kaiser und Reiche zu überlassen: — dochauch Nachgeben beförderte das FriedcnSwerk nochMcht stark.
Unter den sechs Bevollmächtigten waren der Herrvon Dorcy und der Staatspenfionair Heiiistus die ein-
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