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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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152
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Dritte Abhandlung.

Frankreich den Frieden suchte und bedurfte, so muß mandoch gestehen, daß seine beyden Bevollmächtigten hie»bey nicht gänzlich aufrichtig handelten. Wenn auf dieseArt der vorläufige Frieden angenommen, und ein Waf-fenstillstand in dem Reiche und den Niederlanden wärebeliebet worden, würden die Bundsgenossen noch Jahrund Tage lang saure Arbeit gehabt haben, den K. Phi-lipp auö ganz Spanien zu verdrängen. Dies mag un-streitig der geheime Wunsch des französischen Hofs ge-wesen seyn. Durch geheimen Beystand an Geld;durch von Frankreich abgedankte Kriegsvölkcr; vermit-telst der Handelschaft selbst und der dabey vorgehendenUnterschleife, — würde Philipp V. immer im Standegewesen seyn, seinen Gegnern langwierigen Widerstandzu thun. — Auch auf nicht vorherznsehcnde Fälle,welche den Zaus der Geschäfte leicht verändern konnten,zum Beyspiel auf das Absterben eines an dem großenBunde teilnehmenden Prinzen; auf den Fall einesgroßen SraatS - oder Kricgsbedienken, und seinerAnhänger, und wie leicht bey einem solchen Zufall als-dann der Krieg, wenn Frankreich nur einige Erleichte-rung genvsftu, wieder allgemein werden könnte, —darauf mochte man zu Versailles ebenfalls Rechnunggemacht haben. —

War die StaatSklugheit auf der Seite der Bunds-genossen zu weit getrieben, daß sie allen diesen Hinder-nissen vorzubeugen bedacht g Wesen find? Da derselbenHauptabsicht bey dem Ausbruch des Kriegs darauf ge-zielet, es zu verhindern, daß ein französischer Prinz Spa'nien beherrschen sollte; und es sich gleichwohl gar leichtzutragen konnte, daß nach einem achtjährigen größtcn-theils glücklich geführten Kriege dennoch eben dieserfranzösische Prinz entweder den spanischen Thron hättebehaupten, oder aber die Bundsgenossen in die Noth"wendigkeil versehen können, den Krieg wider denselben

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