Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
153
JPEG-Download
 

Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 15;

Zu' einer Zeit fortzusetzen, wenn Frankreich selbst Friedeund Ruhe gcnöße: so hielten sie eS deßwegen für eineunumgängliche Nothwendigkeit, Frankreich zu vermö-gen, ihnen mehrere Sicherheit als nur die Zusage zu ge-ben, daß der König seine Völker aus Spanien zurück-rufen werde. Aber man getrauete sich doch noch nichtden französischen Bevollmächtigten vorzuschlagen, Lud-wig XIV. sollte einen Theil seiner KriegSvölker mit derBundsgenossen ihren vereinigen, um seinen Enkel, wenner nicht frcywillig in der ihm bestimmten Zeit den spani-schen Thron verlassen würde, dazu durch die Waffen zuzwingen. — Man sahe das Verhaßte, das der Ehreund dem Ruhme des Königs so Nachteilige diesesVorschlags gar wohl ein. Nur von weitem ließ manes merken, daß mau auf diesem Bedinguiß fest bestehenwerde, wenn Frankreich noch einen unglücklichen Feld-zug würde ausgehalten haben. Torcy mußte indessenvoraussehen, daß dieser unangenehme Vorschlag ihmüber lang oder kurz werde gemacht werden, und dieswar eben die Hauptursach,daß er seinem König zuschrieb,es sey beynahe alle Hosnung zu dem Frieden verloren.Minder beleidigende Vorschläge wurden also gethan,doch solche, von denen man vermuthete, daß Torcy die-selben auch verwerfen werde. Dies erfolgte wirklich alsder Pnuz Eugen den Vorschlag that, der König sollteeinem Kriegsherr der Bundögcnosscn den ungehindertenDurchgang durch Frankreich nach Spanien gestatten.Vvrcy wollte hiervon nichts hören. Eben so wies erwit Widerwillen den minder beleidigenden Vorschlagab, den der Pensionair mit den Herren von Buys undvon der Dusten wiederholten, daß nämlich der Königdrey befestigte Plätze in Spanien bey dem Abzug seinerVölker den Feldherren de6 Königs Karl, und in denNiederlanden Eambray, Valcneiennes, und SamtDmer den Kriegsvölkern der Republik übergeben sollte.Die drey niederländischen Festungen sollten den Bunds-

K 5 genoss