Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
173
JPEG-Download
 

Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg. 17z

-der günstigere Vorfälle und Umstände zu erwarten,welche den Feind nöthigen es näher zu geben und minderschjmpstiche Bedingniffe anzubieten. — Läßt ein ge-schwächter, ehemals mächtiger, gefürchteter Monarchsich so weit herab dieses leichte Mittel zu gebrauchen, sowird dasselbe immerzu die erwartete Wirkung bey beygeplagten Unterthanen hervor bringen: — doch bey kei-ner Nation schneller und in wirksamern Grade als beyder französischen; denn diese beredet sich vorzüglich, dieEhre und der Ruhm des Monarchen, sey nicht nur dieEhre und der Ruhm der Nation, sondern so gar jedeseinzeln Glieds der Nation.

Ludwig XlV. schrieb an die sämtlichen Statthalterder Landschaften seines Königreichs, mit Befehl, „siesollten es allen Unterthanen bekannt machen, wie so sehrer durch außerordentliches Nachgeben den Frieden zu er-leichtern alles daran gewendet, um ihnen diese WohlthatZU verschaffen; daß aber derselbe von Zeit zu Zeit vonden Feinden, die solchen nicht wollen, schwerer gemachtund solche Bedingniste an ihn gefodert werden, welcheUnmöglich mir seiner und der Kation Ehre be-stehen können. Namentlich ließ Ludwig anzeigen, dieFeinde dringen in ihn, seinen Enkel zu vermögen, in3 cit von zween Monaten die Krone und das KönigreichSpanien seinem Gegner abzutreten, und sich in denStand eines gemeinen Prinzen herabzusehen. Könnerr dieses durch Vorstellungen in der angeraumten Zeitnicht bewerkstelligen, so muthen sie ihm zu, sich mit den-selben zu vereinbaren, damit der König Philipp durchdie Waffen gezwungen werde, ohne allen Ersah Spa-nien zu verlassen. Zur Sicherheit dessen verlangen dieFeinde, daß er ihnen die Grenzfestungen des Reichs über«3ebe, andere aber schleife. — Wolle er diesen uner-träglichen Bedingnissen sich unterziehen, so gestatte manihn, und seinem Reiche gleichsam aus Gnade, eineniweymvnatlichen Stillstand, da während demselben die

schwe«