Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg. ,7z
schwächt, waren besonders die Fußvölker der Republikfast ganz aufgerieben worden, so genoßen sie doch wich-tige Vortheile von dem theuer errungenen Siege. Sieeroberten Festungen. Tournay war schon vor dem blu-tigen Tag bey Malplaquet an sie übergegangen, unddie Eroberung der so wichtigen Festung Mons wurdedie Folge des Siegs. Frankreich nutzte die Tapferkeitseiner Völker gar nichts. Nebst der nicht geringenSchwierigkeit ein beynahe aufgeriebenes Kriegsheer zuergänzen, war die sich mehrende Mutlosigkeit, dieFurcht vor noch mehrern Niederlagen, der aller Ortenausnehmend große Mangel, die Sehnsucht vielerGroßennach dem Frieden, die heimlichen Wege wodurch sie den-selben zu erhalten wünschten, wenn er auch gleich durchschimpfliche und den König noch so sehr krankende Be-dingnisse mußte erkauft, oder gar erbeten werden, —noch weit verderblicher, als die Niederlage selbst. —Man murrete, man tadelte laut, daß man vordiesem unglücklichen Tage sich nicht zu allem, wasdie Feinde verlangten, verstanden habe.
Die französischen Bevollmächtigten hatten zwar beyErösnung des Feldzugs den Haag verlassen; dennochhatte der König allda an dem Herrn von pctkum einenbeständigen geheimen Unterhändler: dieser war dem Her-ren ^eiiisüis gar wohl bekannt und ganz unverdächtig.Allein so groß der Eifer des Herrn von petkmn war,kin wichtiges Werkzeug des Friedens zu werden, unddadurch sich vorzüglich um den König Ludwig verdientZu machen: so gelang es doch diesem geschäftigen Edel-mann im mindesten nicht, dem französischen Hofe wäh-rend dem Feldzug ein Auökunstsmittel, welches den Frie.den schnell hatte befördern können, zu entdecken. Die Arbei.ten in dem Kabinct und im Felde beschäftigten die so ge-kannten Triumvirs so sehr, daß sie darüber den Frieden^ergasien, oder daß sie sich schmeichelten, ihre errungenenVortheile werden Frankreich so sehr demüthigen, daß es