Ueber die Unterhandlungen zu Eertruydenberg. >89
verstunden, und die sich auch durch Proben des höchstenZutrauens nicht verblenden ließen, durch Abtretung solchwichtiger Festungen die Waffen gegen sich selbst in dieHände gegeben hätte. — Hat Frankreich jemals auf-richtig einen Krieg, in den es sich verwickelt, zu endengewünscht, so war es unstreitig der gegenwärtige. Vonallen Seiten her wurde es gedrängt, den Frieden zu su-chen, und durch so vieles Nachgeben, als nur möglichwar, solchen zu erleichtern. Ludwig XIV. verstund sichZu allen Bcdingnissen, welche die Bundsgenossen ihmaufdrungen; er würde einen wichtigen Theil seiner inden spanischen Niederlanden, und von dem Reiche undkaiserlichen Hause gemachten Eroberungen zurückgegebenhaben; er würde so gar seine wenigen Bundsgenoffen,die Kurfürsten von Kölln und Bayern, der Willkühr ih-rer gemeinsamen Feinde überlasten haben: wenn nur sei-nem Enkel für die Abtretung Spaniens irgend eineEntschädigung, die doch gewissermaßen wie die InselSicilicn noch in dessen Gewalt stünde, überlassen wor-den wäre. Er würde gelassen, ohne mittelbare oder un-mittelbare Hülfe leisten zu dürfen, haben zusehen müs-sen, wenn die Bundsgenossen neue Kriegshecre nachSpanien geschickt hätten, um seinen Enkel zu nöthigenSpanien zu verlassen, wenn solcher den angebotnenTausch anzunehmen sich geweigert haben möchte. Jaauf das letzte würde er den allergrößten Theil der Unko-sten selbst dargeschossen haben, daß sein Enkel des spa-nischen Throns hätte entsetzt werden können. — —Bedingnisse, welche alle Ludwig XI V. ausnehmendschwer, ungewohnt, ja empfindlich kränkend würden ge-sallen seyn, welchen er sich aber, weil solches die unaus-weichliche Nothwendigkeit erheischte, hätte unterziehenwüste». — Dennoch sollte unter diesen Bedingnissendazumal der Friede nicht geschlossen, — Frankreich nicht^abgesetzt, — die vereinigten Niederlande nicht derSchiedsrichter Europens seyn, — wohl aber verblen-det,