Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
205
JPEG-Download
 

Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg. 20z

Vergleichs zu verlangen. Diese könne dieselbe nicht aus-schlagen, indem sie darbey nichts zu befahren hätte, wennsie sicher sey, daß ihre Bundsgenossen so wie sie selbstaufrichtig zu Werke gehen."

„Weigere sich aber die Republik diese Gewährlei-stung zu ertheilen, so gestatte es die Klugheit dem Könignicht, sich der Willkühr heimlicher Feinde gleichsam indie Arme zu werfen, und solche in den Stand zu sehen,ihn mit neuem Vortheil, den er selbst ihnen zugewendet,und den sie durch Unterzeichnung eines verstellten Frie-dens sich erworben, anzugreifen."

„Wolle die Republik die Gewährleistung des Frie-dens selbst über sich nehmen, so werde der K önig ebenfallsGewährleistung für die allgemeine Ruhe von Europa aufsich nehmen."-

I Schon dazumal machte man sich in Frankreich da-rauf gefaßt, daß auch diese Unterhandlungen fruchtloswürden abgebrochen werden; dennoch wiederholte derKönig seine so oft ertheilten Befehle, daß die Bevoll-mächtigten alles anwenden sollen, damit die fruchtloseAufhebung derselben auf keine Weise ihm, oder ihnenselbst könnte zur Last gelegt werden.

Waren aber diese Antworten des Königs der Lage derSache vollkommen gemäß? Hätten sich dieselben nichtbester geschickt, wenn die Umstände demselben günstigergewesen waren? Sie zeugten von Standhaftigkeit, aberzu einer Zeit da man solche nicht durchsehen konnte, daman nachgedrungen bald bey jeder Unterredung nochferner nachzugeben sich gefallen lasten mußte. — Aberwarum bequemte man sich denn dazu, wenn man Grün-de hatte beglaubt zu seyn, es sey dem Gegentheil nichtum Beendigung des Kriegs zu thun? Wie so leicht läßtman sich in mißlichen Umstanden durch eine Hofnung,die man selbst für falsch erkennt, tauschen! Diejenigen