Ueber die Unterhandlungen zu Gertrnydenberg. 207
fche Landschaften in beyden Indien 'erkannten nur ihn alsihren rechtmäßigen Oberherrn. Und welch eine Theilungverlangte Frankreich ? Keine gleiche, nur die beyden schwa-chen Königreiche Neapolis und Sicilien. Kann derPrinz, der diese beyden Kronen besitzet, eö sey für sich al-lein oder in Verbindung mit einer andern Macht außerItalien, zur Erhaltung oder zur Zerstörung des Gleich-gewichts von Europa ein namhaftes beytragen? SeineMacht und aller Einfluß desselben wird durch die Alpenbegränzet. Er ist zu ohnmächtig, der Handelschaft der! großen Nationen nach der Levante beträchtliche Hinder-
! niste in den Weg zu legen. Befördern, begünstigen kann
er dieselbe; aber die Staatsklugheit schreibet es ihm alsPflicht vor, keinen Unterschied zwischen denselben zu ma-chen, wohl aber Freund von allen zu seyn. —War es Verblendung, oder Mangel an Staatöklugheit,oder unbeschränktes Vertrauen auf seine eigene Macht,
' und auf einen ununterbrochnen glücklichen Erfolg derWaffen? oder äußerste Geringschätzung eines gedemü-thigten und entkräfteten, aber gar noch nicht zu Boden ge-worfnen Feindes — daß alle Anträge, Neapolis lindi Sicilien dem König Philipp zu überlassen, mit Unwillenverworfen wurden? —
„Die Erwiederung der königl. Bevollmächtigten,daß dieses das einzige sichere Auskunftömittel sey, Spa-nien abzutreten, und einen daurhaften Frieden zu stiften,war vollkommen begründet. — Sie überließen dem Ge-I gentheil nochmals die Wahl, M6 den verschiedenen ihmj vorgelegten Entwürfen den anzunehmen, der den sämtli-chen Bundsgenoffen am zuträglichsten einleuchten würde.Weisen sie nun sämtliche vorgeschlagene Theilungsenk-würfe von der Hand, so sey es doch unumgänglich noth-wendig, daß sich die Abgeordneten ohne Umschweif er-klären, welches die Gesinnung ihrer Obern in Absicht aufden Frieden sey? Davon hange alles ab; diese Gesinnungaber habe man bis dahin immer geheim gehaltet». — "