Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
218
JPEG-Download
 

218

Vierte Abhandlung.

die Schwache derselben zu bereuen. Diese Parthey sahemit Mißvergnügen den mächtigen Anwuchs der engli-schen Handelschaft, welche sich wahrend dem Kriege selbstzu großem Nachtheil der Niederländischen so wohl in deralten als neuen Welt ungemein ausgebreitet hatte. —Man beredete sich, ein fernerer Anwachs dieser neben-buhlerischen Handelschaft könnte gar leicht eine Veran-lassung werden, die Statthalterschaft und die derselbeneinverleibten mächtigen Staatöämker wieder herzustellen;und wie so bald konnte alsdenn die Republik sich in derGefahr befinden ihre Freyheit zu verlieren? — Grün-de und Vorstellungen, welche Eindruck machten undNachdenken erwecken mußten. Aber die, so für denFrieden günstig dachten, mußten sich von dem weit gros-sem Haufen derer, so wider alle Staatöklugheit dieFortsetzung des Krieges betrieben, überschreyen lassen.Diese fanden an allen Gesandten derer Mächte, so andem Kriege mittelbaren oder unmittelbaren Antheil nah-men, mächtige Unterstützung. An der Spitze dieserParthey stund der kaiserliche Gesandte Graf von Sin--zcndorf und der großbritannische Lord Toweftnd.Beyde drangen so sehr in den Staatspensionair Hcin-slus, daß dieser endlich dem Herrn von petkuin de»Auftrag machte, beyden französischen Bevollmächtigtenzuzuschreiben: „Man habe eine abermalige Absenkung„der Abgeordneten nach Gertt'uydmbcrg um die Un-terhandlungen zu erneuern, für ganz unnütz angese-hen, indem doch der König keine andere Vorschläge„gemacht, als solche, die er schon zu öftern Malen hatte„thun lassen, die aber nicht hinlänglich seyen um den«Krieg zu beenden."

Dieser kurzen Zuschrift wurden von den Gencralstaa-ten die Paßporte zur sichern Rückreise der beyden Be-vollmächtigten beygefügt; das Paquet ließ man ihnendurch einen erpressen Läufer zustellen. —

So