Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
219
JPEG-Download
 

Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg. 2iy

So triumphirte abermals die falsche Staatsklugheitüber den wahren Vortheil nicht nur der Republik, son-dern auch aller derjenigen Machte, so in diesen langwic-rigen Krieg verwickelt waren. War es nicht so, alswenn die Vorsehung selbst Frankreichs Feinde hindernwollte, dessen Erniedrigung zu befördern? und dies zueiner Zeit, da diese Macht selbst aus Noth gedrungendazu die Hände bot.

Die Bevollmächtigten entschlossen sich dennoch nichteher abzureisen, als bis sie neue Befehle von Hofe auserhielten. Sie antworteten indessen dem von petkum:„Es schmerze sie, daß ungeachtet aller Näherungen von„Seiten ihres Königs um den Frieden zu befördern,„man doch entschlossen sey, die Fortsetzung der Untcr-„ Handlungen abzuschlagen. Da es nun die Herren Ge.„ncralstaaten dienlich erachten, solche gänzlich aufzuhe-ben, werden sie sich zur Abreise anschicken."

Der König selbst billigte das Betragen seiner Ge-sandten in diesem so kitzlichen Falle. Er ließ aber dochdieselben wissen, daß er sich von den Generalstaaten be-leidiget achte, weil dieselben die Aufhebung der Unterhand-lungen durch eine Person anzeigen lassen, welche in denNiederlanden nichts mehr als einen fremden Partikularvorstelle, der beyder Republik in gar keiner Bedienungstehe, auch von keiner Seite bevollmächtiget sey, nur überden geringsten Punkt in Unterhandlungen zu treten. —Man sahe diese ganz eigene und aller Staatöklugheit ent-gegen laufende Art, Gesandte eines großen Monarchen,die mit seinen Vollmachten beehret waren, zu verabschie-den, für nichts anders als einen Kunstgrif an, der diese!-ben zur Verlassung des Orts der Unterhandlungen bewe-gen sollte, um ihnen dann alle Schuld des Bruchs aufdie Rechnung zu legen. — Wenn dieses nicht der Repu-blik eigentliche Absicht gewesen, würde man niemals zuge-geben haben, daß eine Person von nicht größter Wichtig-

keit,