Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg. 22»
Vorbehalt der Bundsgenosten, die letzten Anfoderungman Frankreich erst nach unterzeichneten Preliminarien zumachen, ohne anzuzeigen von welcher Natur dieselbe wa-ren — die wahre und eigentliche Ursach des abermaligenBruchs seyen. Allein die Bundsgenosten, vorzüglichaber die Republik, wollten nochmals diesen verhaßtenVorwurf von sich ablehnen. Sie faßte den Entschluß,neuerdings ihre Abgeordnete, um dem großen Haufenein Blendwerk zu machen, nach Gertruydenberg zu sen-den. Diesem widersetzten sich die Kaiserlichen und Eng-lischen Gesandten aus allen Kräften, sie machten demStaarspensionair deßwegen bittere Vorwürfe. DerGraf von Sinzendorf bestund endlich als er sahe, daßes ihm nicht möglich sey, die Unterhandlungen zu hin-tertreiben darauf, denselben beyzuwohnen. Die gleicheFoderung, ohne Zweifel auf Anstiften der Machte vom. ersten Rang, machten auch der preußische und savoyscheGesandte. (-> Der erstere drohete so gar, sein König wer-de ohne Anstand seine Kriegsvölker, welche in dem Sol-de der Seemächte stünden, nach Hause berufen, wenndemselben nicht von allen Umstanden der von der Repu-blik wieder angefangnen Unterhandlungen Nachricht er-theilt werde. Mit Hintdansetzung aller dieser Drohun-gen langten doch die Herren von Buys, und von derDussen zu Gertruydenberg an: denn die königlichenBevollmächtigten hatten Befehle erhalten noch nicht ab-zureisen. Der König hatte ihnen so gar neue Verhal-kungsbefehle zugestellt, welche sie berechtigten noch ein-Mal nachzugeben: freylich ein unlaugbarer Beweis, wieso sehr Frankreich deö Friedens bedurfte, aber auch ein
eben
») Der König in Preußen Friedrich!, hatte als Erbe desKönigs Wilhelm Frankreich in aller Form den Kriegangekündiget, aus Ursach des eingezogenen Fürsten-thums Oranien, und anderer Herrschaften, welche derKönig ansprach.