Ueber die Unterhandlungen zu Gertrnydenberg. 22z
einer ganzen Provinz zu schwachen, und für ganze Men-schenalter außer Stand zu sehen, ihnen und andernMächten furchtbar zu bleiben. Zetzo noch sollte es denBundögenossen möglich fallen Frankreich zu nöthigen, dieganze spanische Monarchie in Europa und Amerika zu-rückzugeben, wenn sie nur gestatten wollten, daß derjeni-ge Prinz, der durch die Waffen Frankreichs unterstützt,Zehen Jahre lang diesen Thron besessen, die nicht sehr be-trächtlichen Königreiche Neapolis und Sicilien, unge-stört als sein Eigenthum behalten könnte. — So hättensie vollkommen den Zweck ihres Bündnisses und dessenspatere Zusätze erreichet, und einen langwierigen, bluti-gen, äußerst kostbaren und sie alle entkräftenden Kriegdurch einen so ruhmvollen Frieden geendet, als in Jahr-hundert keiner dieser Art geschlossen: weit vortheilhafterals sie selbst bey dessen Anfang hatten vermuthen dürfen.'—- Aber der, welcher das Schicksal der Völker lenket,der, so die Wage steigen, oder sinken zu lassen, in seinermächtigen Hand hält, ließ sie gegen ihren wahren Vor.theil, und Ehre verblendet bleiben.
Die Bundögenossen erkannten zwar nunmehr die un-vermeidliche Nothwendigkeit, dem König Philipp einenTheil der spanischen Staaten abzutreten; dieser aber soll-te-der allergeringste, gewissermaßen der abschätzigsteTheil seyn, und noch darzu durch ein Beding erschweret,ja gleichsam beschimpfend gemachet werden, welches derVernunft und Staatsklugheit entgegen stund, auf demsie aber mit hartnäckiger Sündhaftigkeit beharreten.
Bey der ersten Unterredung der vierten Zustrm-nienrrerung ließ sich eine Näherung zu dem Frieden vonSeiten der Abgeordneten der Republik ^erwarten. Sieverhießen nicht, doch machten sie Hofnung, daß Sici-lien und Sardinien, ohne die Festungen auf der toskani-sihen Küste, an den König Philipp überlassen werden"lochten, jedoch nicht anders als unter dem wesentlichen
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