Ueber die Unterhandlungen ju Gertrnydenberg. 22z
ganze Provinz des Elsaß, nicht zwar unmittelbar für seinHaus, sondern für den Herzog von Lothringen fodernwerde, um diesen Prinz für das Herzogthum Montferatschadlos zu halten, da Staatsursachen den Kaiser gemü-ßiget, diese einträgliche und fruchtbare Landschaft demHerzog von Savoyen abzutreten. Um dieses sehr schwe-re Bedinqniß einigermaßen zu mäßigen, ließ manjFrank-reich hoffen, daß die Reichsacht gegerr die beyden königli-chen Bundsgenossen, die Kurfürsten von Kölln undBayern, würde aufgehoben werden, doch nicht andersals mit dem unabänderlichen Beding, daß der Kurfürstvon der Pfalz, so lang er lebe, und nach dessen Abster-ben der Prinz Karl sein Bruder, sein jebenlang indemBesitz der obern Pfalz und dem Rang des ersten weltli.chen Kurfürsten verbleiben; daß indessen der KurfürstMaximilian wiederum zum Genuß von Bayern und sei-ner ehemaligen Würde gelangen, seine Nachkommen abererst nach dem Ableben der beyden pfälzischen Prinzen ausdem Neuenburgischen Hause das ihnen an Land undWürde abgenommene wieder erlangen sollten. —
Zu diesen zwo großen Federungen kam auf Anstiftendes Kurfür" von Maynz noch die dritte, nicht minder alseine der vorigen für Frankreich sehr empfindliche, dieRückgabe der drey lothringischen Bischthümer Metz, Toul»nd Verdun. — Einer Foderung, welche nach des Herrnvon Torcy Bemerkung, „bey den Unterhandlungen indem Haag als ein Hirngespinst verworfen, nun aber zuVerrruydenberg als rechtmäßig angesehen wurde,weil dazumal alles rechtmäßig und vernünftig war,was Frankreich so wohl zum Nachtheil, als zur Krän-kung ausschlagen mußte. Jeder Einschlag, wenn er nurZur Schwächung der Macht des Königs gereichte, hattebey den Feinden schon genügsame Empfehlung, denselbenihren Oemi>näe 8 ulcerieures beyzufügen."
Beyde Theile giengen abermals ohne sich zum Frie-den genähert zu haben, nach dieser ersten Unterredung,
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