Ueber die Unterhandlungen ju Eettruydenberg. szz
geschlagene Mittel nicht angenehm, so begehrten sie we-nigstens durch eine der Ordnung angemessene schriftlicheAntwort zu wissen, ob die Unterhandlungen abgebrochenseyen? Die Entscheidung dieser Anfrage sey desto noth.wendiger, da Ausflüchte zu erdenken die Feinde des Frie-dens wenig koste, um den großen Haufen zu blenden unddenselben glauben zu machen, die Absicht des KönigSsey keine andre als Zeit zu gewinnen, in der Hofnungdaß sich etwan eine erwünschte Veränderung ereignenMöchte, vermittelst der man den König Philipp auf demspanischen Throne behaupten könnte. —
Dem König lag ausnehmend vieles daran, die ver,einigten Niederlande, ja wenn möglich auch alle andereStaaten zu überzeugen, daß die Hindernisse den KriegZu beenden, nicht von ihm herrühren. Deßwegen wurdeNochmals von Hofe aus den Bevollmächtigten GeduldUnd Selbstbezwingung empfohlen; man machte es densel-ben zur Pflicht noch länger zu Gertruydenderg auszu-halten; man beredete sich selbst mit bestem Grund, essey noch weit erträglicher auch eine langsame Unterhand-lung in einigem Gang zu erhalten, Uebermuth, Stolz,so gar Mangel an Aufrichtigkeit von Seiten der Unter-händler, ihrer Obern und derer, so sie gestimmt hatten,zu verschmerzen, als solche abzubrechen, wie die-ses die Betreiber des Kriegs aus aller Macht wünsch,ken. —
Obgleich die Unterhandlungen, ungeachtet daß dieUnterhändler noch einmal zusammentraten, sich fruchtlosZerschlugen; so ist es doch kein Ueberfluß Kenntniß zuhaben, von der Erweiterung der Vollmachten, welcheder König seinen Bevollmächtigten während diesem letz-tem Aufenthalt der Abgeordneten in dem Haag ertheilte.Sie werden eine unvergängliche Probe seyn, wieso erstau-nend viele Erleichterungen der König und seine Staats-bediente dem Frieden haben verschaffen wollen.
P 5 «Der