Ueber die Unterhandlungen zu Gertruydenberg.' 257
genossen vernehmen könnten. Die Antwort, ob die Un-terhandlungen gänzlich abgebrochen oder weiter fortgesetztwerden sollten? verzögerte sich geraume Zeit. Die wah-re Ursache derselben waren die in England je mehr undmehr ausbrechenden Zwistigkeiten. Die Parthey derTorys, welche nun viele Jahre von der Verwaltung derAngelegenheiten entfernt gewesen, hatte sich ingeheim sosehr gestärkt, daß sie sich getraute, öffentlich einige derWhigs, welche die wichtigsten Bedienungen bekleideten,und alle Leitung der Kriegs- und der Staatsgeschästegänzlich in ihrer Gewalt hakten, — anzuklagen. DieFolgen dieser Anklagen waren gleich in ihrem Anfang sobedenklich, daß einige Herren ihrer Bedienungen entlas-sen wurden. Es stund eben dazumal, als die Entschei-dung der obigen Anfrage in dem Haag abgeschlossen wer-den sollte, in dem Gleichgewicht, ob die Whigs ihreGegner ferner in der Knechtschaft erhalten? oder ob dieTorys nunmehr die Führung der Staatsangelegenheitenan sich zu bringen, das Geschick haben würden? DieseGährung hatte mächtigen Einfluß auf die Berathschlaggungen der Generalstaaten. Die Whigs, von denender Herzog von Marlborough das Haupt war, sahen dieVerlängerung des Kriegs als das einzige Mittel an, ih-re Macht und Ansehen zu behaupten. Der Vortheil desHerzogs erfoderte es, sich in der Versammlung der Staa-ten in dem Haag immer Anhänger zu erhalten, vermit-telst deren seine Grundsätze auch allda die herrschendenwurden. Er hat auch durch Gewalt und Macht seine Ab-sicht nicht verfehlt. Der StaatSpensionair, und durchihn die Generalstaaten, so gar der Prinz Eugen ließensich zu ihrer aller Unglück von den Einschlägen des Her-sogs leiten. Nur mit Mühe konnte die nochmalige Ab-sihickung der ^Abgeordneten nach Gerrruydenberg er-wehret werden; und es geschah mehr zum Schein, alswit dem Vorsatz, die so reizenden Anträge Frankreichszur Erleichterung und Schließung eines rühmlichen