-54
Zünfte Abhandlung.
genschast gehalten, hatte erdulden müssen. Ihre Lebens-jahre eilten durch Vermehrung ihrer Schwachheiten deinEnde zu. Bey solchen Umständen laßt nicht nur einFrauenzimmer, sondern auch Männer sich leicht bereden,eine ruhige Regierung dem Lärm und den immerwähren-den Arbeiten, welche ein kostbarer und entfernter Kriegerfodert, vorzuziehen.
Wenn beyde Theile, der Sieger und der Besiegte,aufrichtig den Frieden wünschen, und solchen theils alsihre Rettung, theils als ihre Glückseligkeit und als Er-haltung ihres Ansehens betrachten, dann findet sich leichtein Weg, durch den die kriegführenden Mächte einanderihre übereinstimmenden Gesinnungen bekannt machen kön-nen. Schon seit deni der Marquis von Eorcy, ohneeinen anständigen Frieden aus dem Haag mitzubringen,zurückgekommen war, seit dem dieser Liebling wieder un-ter den Augen seines Königs zu Versailles arbeitete;noch mehr aber von dem Zeitpunkt an, da dieser Mini-ster muthmaßen konnte, daß auch zu Gerrruydenbergfruchtlos gearbeitet werde, beobachtete er mit der größtenAufmerksamkeit den Gang, welchen die Veränderungenan dem englischen Hofe nehmen könnten. Er fand jemehr und mehr in der Entfernung der Whigs und derAnhänger des Herzogs von Marlborough von denSiaatsbedienungen Grund, die Sehnsucht seines Königsnach einem erträglichen Frieden zu befriedigen. DasVorurtheil, welches dieserwichrige Staatsbediente bis da-hin unterhalten, Frankreich könne nur durch das Mittelder vereinigten Niederlande den Krieg beendigen, hatte sichbey ihm durch dasjenige, was er selbst bemerket und er-duldet, und durch das, was seine Nachfolger zu Ger-truydenberg hatten ertragen und anhören müssen, gänz-lich verloren. Der Vorzug, den er bis dahin diesemStaat vor England zuwenden wollte und gönnete, hattesich in Aberwille, so gar in eine Art von Rache gegen den-selben verwandelt. Sein fester Entschluß war, sich nun-