s6Z
-Fünfte Abhandlung.
Welch ein unerwarteter Triumpf für Frankreich, undauch besonders für den Herren von Torcy! Auf einb oßes Schreiben dieses Staaksministerö an einen engli- *schen gab England willig die Hände zu Friedenöhandlun- ^gen. Die vereinigten Niederlande trugen aus Eifersuchtüber England, daß diese Macht nun klüglich einen Zeit-punkt nähen wollte, welchen sie selbst zum zweyten Male !
zu nutzen versäumt hakten; daß England den Augenblick *
getroffen habe, nun diejenige Rolle auszuführen, welche '
sie sich selbst vorbehalten, und von welcher sie sich einbik '
beten, daß sie ihnen nimmer entgehen könne; aus Miß- ^
gunst, daß England sich unmittelbar, und eigene Vor- ,
theile verschaffen, und daß es sich nicht mehr begnügen ^
wollte, solche durch die vereinigten Niederlande, und nur '
so wenige und geringe zu erhalten, als ihre verdeckte Ei- ^
ferfuchr England zuzuwenden dienlich erachtete, — von ,selbst eine Friedenöunterredung an. Sie versprachen,
Dem König Philipp Spanien zu überlassen, dessen Abtre-tung sie so sehr wider die Natur, wider die'Staatöklug-heit, wider ihre eigene Verbindung mit dem kaiserlichenHofe, gefodert hatten. — Da ein Jahr vorher Frank-reich das wichtigste würde aufgeopfert haben, wenn esEngland zu einem besondern Vergleich hatte bewegenkönnen; da es gegen den Herzog von Marlborough in ge-heim große Versprechungen that, wenn durch seine Der-mittlung dem König Philipp nur die Königreiche Ncapo-lis und Sicilien gegen alles übrige der spanischen Mo-narchie zugestanden würden, — so bot sich nunmehrodieses alles gleichsam von selbst an, ohne daß es Frank-reich oder den König das mindeste kostete. Nun gedach-te man nicht ferner an Sicherheitspläße für die Erfüllungder Zusage des Königs. Die Republik würde dermaldas bloße schriftliche Wort desselben ohne Pfänder, ohneBürgen, ohne ein Mißtrauen merken zu lassen, daß mannicht mit vollkommner Aufrichtigkeit handle, angenom-men haben.