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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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288
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288 Fünfte Abhandlung.

Vertrag ausgeschlossen waren, zugesagt. Ihre Vor-maur harre die allerwichtigsten Festungen der spanischenNiederlande in sich gefaßt, ja dieselbe wäre durch diewichtigsten Festungen, welche Frankreich seit dem Pire-näischen Frieden über Spanien erobert, noch sehr verstär-ket worden. — Kein Wunder, daß die vereinigten Nie-derlande alles daran gesetzt, um auch die Unterhandlun-gen zu London fruchtlos zu machen, so bald sie von die-sen England zugestandenen Vortheilen Wissenschaft er-hielten ; — daß sie so weit giengen, Frankreich zu neuenUnterhandlungen mit ihnen einzuladen, einzig in der Ab-sicht, um mit der Leitung derselben sich selbst die erstenund wichtigsten Vortheile zuzuwenden;:— daß sie alleKräfte aufboten, um die diesmaligen Staatsbedientenzu stürzen, und den Whigs, mit denen sie es doch nur solang einträchtig meinten, als solche ihnen zu Ueberlassunggroßer und ausnehmender Vortheile beförderlich seynwollten, — die entzogene Obermacht noch einmal zu-zuwenden.

Einzelne Mengen handeln öfter in Erzielung ihrerAbsichten weit klüger.Und glücklicher, als ganze Sraaten,besonders als die .so genannten Freystaaken. Die erste-ren wissen ihren aufgebrachten Leidenschaften weit eherSchranken zu sehen, eher dcnZeiten und Umständen nachzu-geben, als die leztern solches zu thun gewohnt sind. Schlägtdie Absicht der erstem fehl, so betrift der Nachtheil nur we-nige : wissen oder wollen die letztem ihre Leidenschaftennicht besänftigen, verlange», sie, daß alles sich nach ihnenrichte, — so müssen unzählbare die traurige Folgen desEigensinns tragen. — Es ist nicht so wohl das Urtheildes unparcheyjschen Geschichtforschers, als vielmehr derGeschichte selbst, daß von dem ersten Antrag an, denFrankreich zu Beendigung des Kriegs thun ließ, dieverewigten Niederlande Zeiten und Umstände niemals sogenutzt, niemals so sich nach denselben gefügt haben, als

doch