Ueber die Friedensunterhandlungen zu London. 297
einander verglichen. Jede wußte, welche Vortheile sievon der andern erhalten, und worinn sie hinwieder demGegentheil willfahren sollte. Diese bei den Machte könn.ten sich, nachdem einmal unter ihnen das Friedenseeschaf,ke so weit angebahnet war, daß ein erwünschtes Ende mitGrund erwartet werden durfte, sicher daraus verlassen, daßauch die andern Mächte ihrem Beyspiel, es sey über kurzoder lang, folgen würden. Dennoch war von einem Was.sinstillstand noch nicht das wenigste abgeredet. Noch soll«ke ein Feldzug geschehen, Festungen nach einem verabre.beten Plan belagert, und wo nicht Gelegenheit zu entschei.benden Schlachten gesucht, doch von jedem Theil derFeind so beobachtet werden, daß wenigstens die Vorfällein dem Felde keiner Parthey ein neues allzustarkeö Ue-bergewicht über die andere verschaffen möchten. Die all-gemeine Friedenshandlung sollte also unter den Waffengehalten werden. Da die Königinn gegen die vereinig-ten Niederlande gar kein Geheimniß daraus machte, daßsie sich mit Frankreich über die England ganz besondersbetreffenden Foderungen^verglichen habe, obgleich die ei-gentlichen Bedingnisse ihnen noch nicht waren angezeigtworden, so konnten doch dieselben leicht vermuthen, Eng-land werde Frankreich so viel als möglich zu schonen be-dacht seyn. Dieses nun abzuwenden mußte der Herr vonDuys die Königinn im Namen seiner Obern bitten, sichvon einem Friedensschluß nicht so weit einnehmen zu las-sen, daß sie darüber die nothwendigen Zurüstungen zuEinem künftigen Feldzuge versäumte. Gemeiniglich wa-ten jeden Winter die Entwürfe des künftigen FeidzugsZwischen dem Kaiser und den beyden Seemächten verab.Erdet worden. Auch dermal trug die Königinn dem Vi-Eomke von Bolingbroke auf, den Plan des künftigen Feld-iugs mit dem Herrn von Buys zu verabreden, Fallsvor der Zeit der Eröfnung desselben der Friede, wie manUrsache hatte zu besorgen, noch nicht zu Stande gebrachtwäre: jedoch unter dem ausdrücklichen Bedingniß, daß
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