Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht. 307
dingnisse und Vortheile verabredet, welche einer jeden derandern Machte zufließen sollten. Der Ort der allge-meinen FriedenSvcrsammlnng, und selbst der Tag, dadie Unterhandlungen den Anfang nehmen sollten, warenbestimmt und endlich auch von der Republik der verei-nigten Niederlande angenommen. Selbst der Kaiserließ sich äußerlich Zeit und Ort gefallen. Aber derFriedensschluß selbst fand, öffentlich und im geheim, dochnoch mächtigen Widerstand. Der Kaiser so wohl alsdie Republik sahen mir nicht geringer Kränkung, daßsie entweder ohne Beystand Englands den Krieg fortse-tzen, oder aber von deni Gipfel ihrer Erwartungen her-untersteigen, und mit nur mittelmäßigen Vortheilen sichbegnügen müßten; mit solchen, welche England ihnenzuzuwenden für billig hielte. Das erstere fiel beyden
> Theilen, weil sie entkräftet waren, schwer; das letztrehielten sie als Sieger in dem Felde für unerträglich.Die Staakseiferfucht reizte beyde letztre Mächte nichtweniger, die Friedenshandlung zu zerstören. Sie miß.gönnten England fo wohl die Ehre, die Friedenshand-lung nach Gukbefinden zu lenken, als auch daß diese,
> Macht allein dabey ausnehmend gewinnen sollte. Mehrals nur einmäl schienen dieselben und besonders die Re.
i publik entschlossen zu seyn, ihren besondern Frieden mitFrankreich schleunig zu schließen, in der Erwartung,wenn sie England noch voreilten, nicht nur vortheilhaf-tere Bedingnissezu erlangen, als diejenigen seyn wür-den, welche sie in Gemeinschaft und durch den Beystanddieser Macht erhalten möchten, sondern auch dieser Kro,ne die ihr so sehr mißgönnten Vortheile größtenrheilsZu entreißen. Eifersüchtige Staaten handeln gleich soverderblich, als auf einander mißgünstige einzelne Men.fchen. Sie halten sich für glücklich und gerettet, Vor-theile und Macht zu verlieren, wenn nur dieselbe ihremverhaßten Gegner ebenfalls entrissen wird. Der Ge-
^ danke, mein beneideter Gegner wird und muß bald seine
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