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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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317
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Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht. z 17

auf der Friedensversammlung gemeinsame Sache machte.Sie thaten gegen die Republik diejenigen Schritte, wel-che die wahre Staatsklugheit derselben zuerst zu thun,anrieth. Man besorgte in England, die Eifersuchtmöchte die Staaten auf den Entschluß führen, sich Frank-reich in die Arme zu werfen, um mit diesem voreilendenZubringen vortheilhaftere Bedingniste auszuwirken, alssie in einer Art der Abhänglichkeit von England denncchnicht würden erhalten können. Wirklich hatte das zwi-schcn beyden Staaten geschlossene, oder vielmehr nurerneuerte Bündniß, welches nach dem Friedensschlußfortdaurcn sollte, eine Art von Mißtrauen bey dem ,ran-zösischen Hofe gegen England erwecket, und die Re.publik fand es ihren besondren Absichten zuträglich, die-ses Mißtrauen mehr zu unterhalten, als zu schwachen.England hingegen dachte ganz anders. Man wolltealles thun, um die Republik von einem übereilten Schrittabzuhalten, und durch Anbietung alles möglichen Bey-standes und Unkerstüßung ihrer Federungen zu eineraufrichtigen Uebereinstimmung mit sich zubewegen. Bey-de Gesandte der Königinn erhielten deßwegen noch vorEröfnung der Versammlung den Auftrag, die Staatenzu versichern: „daß die Königinn fest entschlossen sey,keinen Frieden zu schließen, bey welchem die Verbün-deten überhaupt, und die Staaten insbesondere nicht ihrevöllige Sicherheit und alle vollkommene Genugthuungerhalten würden. Sie sey bereitwillig auf ihre Barriereso wohl, als auf ihre Vortheile in Absicht auf die Han-delschaft zu dringen, und zwar auf eine solche Weist,Wie es die Staaten selbst verlangen würden. Siewünsche ferner, mit ihnen einen solchen Entwurf einesTractakS zu verabreden, daß beyde Mächte unter einer,gegenseitigen Verbindlichkeit stehen sollten, nie-nials davon abzuweichen — da nichts von größrerWichtigkeit seyn könnte, als daß ihre beyderseitigen Ab-geordnete unter den engeften Banden der Vertraulichkeit.