Sechste Abhandlung.
5'8
die FriedenSversammlung besuchten, und wahrend desganzen Laufs der Unterhandlungen vollkommen mit einan-der übereinstimmten."
Bey allen Antragen, welche freundschaftliche, inBündnissen stehende Machte einander thun lassen, kannman immerzu die Frage auswerfen: Sind diese Antrageredlich gemeint? Liegen nicht besondre, eigennützige Ab-sichten, es sey auf beyden, oder nur auf der einen, aufder Seite dessen, so dieselben antragt, darunter versteckt?Wird ein Staat das wahre Interesse seines Bundsge-nossen, bey Unterhandlungen mit einem gemeinsamenFeinde, so redlich, so uneigennützig befördern, als mansolches gegen sein eigenes thut? — In Absicht auf dieAnträge, welche dermal von England der Republik ge-macht wurden, läßt sich aus allen nachgefolgten Umstän-den mit Gewißheit behaupten, dieselben seyen aufrichtigund uneigennützig gemeint gewesen, nur der Unistandausgenommen, daß England gegen Frankreich sich zuweit und darüber möchte ausgelassen haben, daß die Fe-stung Ryssel an den König wieder zurückfallen und in derBarriere der Republik nicht begriffen seyn sollte.
Aber damals war die Uebereinstimmung, welcheEngland mit der Republik so aufrichtig suchte und wie-derholt ihr antrug, noch sehr fern. Die Antwort, diesie auf diese Antrage ertheilte, wurde durch die Thatennicht unterstützt. Die Folge war, daß die Staaten sichwesentlicher Vortheile durch ihre Eifersucht und ihr Miß-trauen beraubten.
Die englischen Gesandten waren die ersten, welche sichzu schrechr einsanden. Sie sollten aber aucb zwischenFrankreich und den Bundsgenossen überhaupt, und jedemderselben besonders, die Mittelspersonen vorstellen. Dergeheime Staarörarh der Königinn hatte ihnen ausführ-liche Verkaltungsbefehle übergeben. Nach gewohnterWeise sollten sie für England und für jeden Bundsge.
nossen