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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht.

wurden zum Theil durch gleiche Ursachen darzu gedrun-gen. Die Gesundheit des Königs in Frankreich undauch der Königinn von England wurde mit jedem Mo-nat schwacher. Beyde wünschten ihre Staaren beruhi-get ihren Nachfolgern zu hinterlassen. Der König seh-nete sich, noch einmal die Annehmlichkeiten eines vor-thcilhaften Friedens zu genießen, und solche auch seinenlang geplagten Unterthanen zu verschaffen; wenn immerMöglich sollten die schweren Unkosten eines nochmaligenFeldzugs größtentheils erspart werden. — Die Staats-minister in England mußten mit Grunde besorgen, daßwenn ihre Königinn vor der Beendigung des Friedens-schlusses absterben sollte, alsdenn gar leicht ihr ganzesWerk durch den Thronfolger der Königinn Anna, dervon den Grundsätzen der Whigs gänzlich eingenommenwar, nicht nur zerstört, sondern ihnen, daß sie zu demFrieden die Hände geboten, zum Staatsverbrechen durchdie entgegengesetzte Faction gemacht werden könnte.Durch einen baldigen und vortheilhasten Frieden aberdurften sie hoffen, alle nur aus Rache herrührende Un-ternehmungen der Gegner zu entkräften, und so gar ohneVerantwortung zu besorgen vor dem künftigen Thronfol-ger zu erscheinen. — Portugal, Preußen, Savoyen,die meisten Fürsten des deutschen Reichs sehneten sichdicht weniger nach dem Frieden; allein sie konnten derUnterhandlung nicht den Ausschlag geben.

Hingegen widersetzten sich der Kaiser und die Staa-ten der vereinigten Niederlande dem Frieden. Dem er-ster» war die Fortsetzung des Kriegs, so wie derselbe bisdahin geführet worden, da die Seemächte an Geld undVölkern den allergrößten, er selbst aber den mindestenVeytrag auf sich liegen hatte, dennoch aber alle Erobe-rungen ihm vornehmlich und allein zustießen sollten, weitaugemeßner als der Friede. Nach der Denkensart Eng-lands konnte er »»gezweifelt annehmen, daß man ihmtrur den weit geringern Theil der spanischen Monarchie

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