3Z9
Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht.
. das ihr unangenehme Betragen des Graf von GallaS,
, des Prinzen Eugen und der Staaten der vereinigten
h Niederlande, wie auch durch den Widerstand dieser bey-
, den Machte gegen den Frieden sehr vergrößert worden.
. Von der spanischen Monarchie sollte nach den Grund-
z sähen der Königinn dem Kaiser nichts weiter zugewandt
werden, als was er schon wirklich besäße. Weist) einenn Ersah würde man ihm für Neapolis verschaffet haben?
n Und war zu erwarten, daß er dieses K önigreich gutwil-
n lig an seinen Gegner und zur Vergrößerung der fran-
r zösischen Macht abtreten würde, zu einer Zeit da er noch
^ immer die Bundsgenossen anstrengte, ihm die ganze
r Monarchie zu verschaffen? Hingegen durste man an
s dem Beyfall des Hauses Savoycn, weil es bey dem
Tausche sehr gewonnen haben würde, freylich nicht zwei-e feln? Aber würde dessen Zustimmung den Ausschlag
, gegeben und den Kaiser gemüßiget haben, Neapolis ab-
i zutreten? — Muß man nicht zugeben, daß es bis-
e weilen klug gehandelt sey, wenn die jüngere Welt, die
, Einschlage der altern hintan zu setzen, gerechte Ursachen
, zu haben vermeint, — und solche befolget?e Selbst England mußte eö angenehm seyn, daß der, König Philipp sich erklärte, seinem Geburksrecht zu ent-sagen. Auf diesen Entschluß hatte die Königinn mit^ Sehnsucht gewartet. Ihre Ehre und die Sicherheit
- ihrer Minister gestatteten nicht eher in einen Stillstand,e oder noch weniger in einen Frieden mit Frankreich zu« willigen, bis das scheinbarste und nächste Hinderniß der? Vereinbarung beyder Kronen gehoben war. Aber nur^ bey der Königinn allein waren durch des Königs in Spa»
- Nien Entschließung die Hindernisse, sich dem endlichen, Friedensschlüsse zu nähern, gehoben. So wohl der
Kaiser, als die vereinigten Niederlande sahen das Ab»
- sterben der beyden Dauphins in Frankreich als neue undbringende Ursachen an, durch noch längere Forstehungdes Kriegs die spanische Monarchie dem Hause Bour.
P 2 bon