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Sechste Abhandlung.
bon zu entreißen. Man kann es sich leicht vorstellen,welch ein Urtheil diese beyden Machte, besonders die kai«serlichen Minister, über die Verzichtleistunq des KönigsPhilipp werden gefällt haben? — Gewiß dieses, daßdieselbe nichts weiter, als ein Blendwerk sey, dessen Gül-tigkeit desto gewisser mit dem Leben des jungen Dau-phin zu Ende gehen werde, da der französische Hof selbstüber dessen Verbindlichkeit spotte. —
Eigentlich waren die vereinigten Niederlande demFrieden nicht abgeneigt. Sie bedurften denselben inallen Absichten eben so sehr, als immer England. Grös-sere Vortheile als diejenigen seyn sollten, welche ihnendurch die Preliminarien zugedacht waren, würdenihre Entschließungen, nicht nur den Frieden anzunehmen,sondern noch so gar damit England zuvor zu kommen,schnell bestimmt haben. Denn ungeachtet daß sie sichzu Utrecht durch die Gesandten des Kaisers in der Ab-neigung gegen den Frieden unterhalten ließen, so streb-ten sie doch immer nach einer besondern Unterhandlung mitFrankreich, in der Hofnung, nicht nur vorrheilhaftereBedingniffe zu erlangen, sondern auch England damitdie Leitung der Unterhandlungen aus den Handen zuwinden. Da die britannischen Minister sichere Nach-richten von diesem Bestreben der Republik eingezogen,und durch aufgefangene Briefe erfahren hatten, daßdie kaiserlichen Gesandten mit denen der Republik in dergrößten Vertraulichkeit stünden; daß man an dem Hofedes Kaisers über ihre Königinn ausnehmend erbittertsey, wegen der von ihr gethanen Schritte den Frieden zubefördern: so stunden sie deßwegen auf guter Hut, daßdie geheimen Absichten der Republik gegen sie nicht zuStande gebracht werden möchten. Noch immer bliebensie standhaft bey ihrem ersten Grundsatz, gemeinschaft-lich mit der Republik zu Werke zu gehen. Sie mach-ten so gar aus ihrem gefaßten Entschlüsse einen Still-stand mit Frankreich einzugehen, gegen sie kein Geheiin-