z44 Sechste Abhandlung.
entweder zu London selbst, oder zu Utrecht in Ordnungbringen lasten.
Aber ob Dünkirchen England sollte anvertrauetwerden? diese Frage veranlasste in dem französischenStaatsrath nicht geringe Widersprüche. Einige Gliederdesselben beredeten sich, es sey der Ehre des Königsnachtheilig, eine so ausnehmend wichtige Festung einerMacht als ein Pfand des Stillstands anzuvertrauen,die, wenn dieselbe unlautere Absichten führte, solchezum größten Nachtheil des Königreichs mißbrauchenkönnte. — Der Marschall von Villars sahe dieUebergabe von Dünnkirchen als eine sehr empfindlicheKränkung für die Ehre des Königs, hingegen als einemächtige Nahrung für den Stolz Englands an. DerMarschall von Hupelles aber, der immer einen Arg-wohn gegen die Standhaftigkeit derFriedenSgesinnungender englischen Staatsbedienten unterhielt, und immerbesorgte, die Königinn möchte noch endlich durch denAnhang der abgedankten Minister zur Fortsetzung deSKriegs gewonnen werden, hatte gleich bey dem Anfangder Friedenshandlung dem König, um England von denBundögenossen abzuziehen, den Rath ertheilt, dieserMacht alle ihre Forderungen zuzugestehen, nur solcheausgenommen, welche ihr einen gebahnten Weg, in !das Königreich selbst einzudrmgen, eröfnen würden.
Zwey Umstände bestimmten indessen den König,und auch den Herrn von Torcy, nachzugeben. Dereine war die Nothwendigkeit des Friedens, der hierdurch !sehr befördert wurde, nebst der Versicherung, daß dievereinigten Niederlande einen Ersah für die Zerstörung ,der Festungswerke durch Rückgabe einer andern wichti-gen Festung geben sollten. Der zweyte, daß die englischenStaatsbedienten von der Zeit der geheimen Unterhandlung ^am bis auf diesen Tag mit vollkommenster Aufrichtig'keit gegen Frankreich gehandelt: daß es also billig sey,