Von dem Münzregal. 299
Cours gelassen wird; so heben sich zugleich diejenigenEinwürfe von selbst, diemanwid-rdieAuSnumzunggrober Münzsorten ohne Prägeschatz zu machen pfle-get. Der hauptsächlichste Einwurfkömmtgemeinig,sich darauf an, daß man meynet, solche gute Münz,sorten würden gar bald außer Landes geführer wer-den; und der Regent würde sich demnach genöthigeksehen, mit seinem großen Schaden beständig neue der-gleichen Münzsorten schlagen zu lassen. Man haßauch in der That aus dieser Befürchtung in diesenpnd jenen Staaten wider die Ausführung der Landes,münzen, allerley Gesetze und Anordnungen gcmachek,Allein, wenn das Münzwesen in einem Lande eine sol-che Beschaffenheit hat, als ich itzo vorgeschlagen habe;so ist nichts so ungegründet/als diese Furcht, DieAusführung der gukenMünzsorten geschieht bloß, weilallerley Arten von schlechter Scheidemünze in demLande gelten; da denn das Land mit solchen fremd?»geringhaltigen Scheidemünzen überschwemmet, unddas guteGeld dafür auögeführetwird, und man siehtmithin um so eher, daß in dem verderbten Münzwe-sen keine Besserung zu hoffen ist, wenn nicht ein Lan-desherr die Anstalt machet, daß keine fremde Scheide-münze in seinem Lande geduldet wird, sie habe fürBeschaffenheit und Gehalt, wie sie nur immer wolle§wie denn die Natur der Sache solches ohnedem er,fordert. Geschieht dieses aber, und man läßt auchden fremden grobenMünzsorten keinen andernWerkh,als nach ihrem innerlichen Gehalte; so kann man ganzsicher seyn, daß sich die guten Landesmünzen nicht ausder Circulation verlieren werden; denn die Geldwu-cherer sind keine solchenNarren, daß sie fremde grobeSorten einführen, um daran zu verlieren; und wennauch die Landeömünzen nach Maaßgebung der Com-mcrcien ausgeführet werden sollten; so entsteht dar-aus nicht der geringste Nachtheil, weises ganz gleich-gültig