Von dem Münzregal. zoz
reyen sind. Ueberhaupt, wenn man solche Erhöhun-gen oderAbsetzunge» und gänzlicheVerrufungen dieserund sienerMünzsorten vornehmen will; so muß manmitgrvßerBehutsamkeit dabey verfahren, und entwe-der di e Unterthanen in Zeiten warnen, oder ihnen zurWegschaffnng Zeit lassen, damit sie nicht in großenSchaden gesrürzet werden.
§. 222 .
Ein Cameralist, der in dem Münzwesen gebrauchet NöthigeMtg-werde n soll, muß nun von allem demjenigen, was wir ,Mstcn b«,"demhier ausgeführet haben, eine genügsame Erkenntniß Münzwesen.und Erfahrung besitzen. Besonders muß er die Ge-schichte desMünzwescns in Deutschland, dessen heuti-gen Zustand, und die dabey eingerissenen Mangel undGebrechen wohl innen haben; und nicht weniger mußer den Einfluß der Münzen in dieCommercien undGewerbe genugsam verstehen. Eben sowohl muß ereine behänge Eüisichc in das Geschaffte des Ausmün-zens selbst haben, damit er nicht allein den Münzmei-stern und darzu erforderlichen Bedienten Ordnungenund Z^nstrucrionen vorschreiben, und dieselben in ihrenAnstalten und dem dabey vorfallenden Rechnungswe-sen übersehen kann; sondern auch diese Geschaffte mitmöglichster Ersparung des Aufwandes zu veranstaltenim Stande ist. Jedoch weildie Münzen zugleich einDenkmaal undAndenken der Regenten für die künfti-gen Zeiten sind; so muß man die Ersparung nicht soweit treiben, daß man die Schönheit und Zierlichkeitder Münzen dabey außer Augen setzet. Man muß alsonichtallein für gute Stempel sorgen, sondern sich auchwenigstens bey groben Münzen der Druckwerke bedie-nen, weil die Rollwerke die Münzen krümmen und ih-nen ein schlechtes Ansehen geben.
Cameralwissensch. II Th. U
Drik.