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2 (1758) Die Lehre von dem vernünftigen Gebrauche des Vermögens des Staats, und mithin die eigentliche Cameral- oder Finanz-Wissenschaft in sich begreift / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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496 Von den Grundsätzen u. Maaßregeln

wir haben Beyspiele, daß Regenten, die fürdasSol-dacenwesen eingenommen gewesen sind, unermeßlicheSummen auf diesen Gegenstand gewendet haben, dieoffenbar hatten ersparet werden können; dahingegendie Wissenschaften, die Künste und nützlichen Erfin-dungen zu ihrer Unterstützung, Aufmunterung undBelohnung allenthalben verschlossene Thüren fanden«Eben fo werden sich auch vielleicht Beyspiele zeigenvon Regenten, welche die Wissenschaften, die Künste,dieJagd und dergleichen geliebet, und allein für die-selben freygebig gewesen sind, bey allem andern Auf-wände aber mehr als Sparsamkeit geäußert haben.Wenn es zu wünschen wäre, daß jemand von Leiden-schaften frey seyn möchte; so könnte dieser frommeWunsch von den Regenten gethan werden« Allein,der elende Zustand des menschlichen Wesens wird sichallemal auch in die Handlungen der besten Regen ketteinmischen; und sie werden allemal zu einem Gegen«stände mehr Neigung kragen, als zu dem andern. Mankönnte diese menschlicheSchwachheit leicht übersehen,wenn sie wenigstens dieseRegel, die hier die vierzehenteist, bey sich gelten lassen wollten. Man muß auf einenGegenstand, zu welchem der Regent auch keine beson-dere Neigung trägt, wenigstens so viel aufwenden,als es die Wohlfahrt und der Nutzen des Staats unddie Wohlanständigkeit erfordert; und bey Beobach-tung dieser Regel wird sich dieSparsamkeit in keinenGeiz verwandeln *)«

2) Wenn man verlangen wollte, daß ein Regent aufdiejenige Sache, wofür er eine besondere Neigunghat, nicht mehr verwenden sollte, als auf eine ande-re, die ihm gleichgültig ist; so würde man in derThat etwas unmögliches fordern. Man würde ei-lten Menschen ohne Leidenschaften haben wollen,das heißt im Grunde, einen Menschen ohne Mensch-heit. Allein, wenn die Menschen ihre Leidenschaf-ten zu beherrschen schuldig sind; so ist hierzu noch