56F Von den Ausgaben
wanden aus der Küche bekannt sind. Ja öfter-ist es genug. wenn sie die Ehre der Bekanntschaftmit einem Küchenjungen genießen. Wie schlechtmuß es da nicht mit dem Rechnungswesen ausse-hen. Unterdessen sind diese Unordnungen an denmeisten Höfen keine geheimen und verborgenenVerbrechen. Man duldet sie gleichsam öffentlich,in der falschen Einbildung, daß es der Ehre desRegenten zuwider wäre, wenn alles so genau zurgienge. Allein, nichts ist sy falsch als diese Mey-nung. Wenn man jemanden Wohlthaten erweisenwill, muß man sich zu dem Ende bestehlen lassen,um sie auszutheilen? Das ist gewiß ein übler Weg,Wenigstens sind die vorhin gemeldeten Unordnunrgen in der Küche wahre Diebsiählc, wenn manauch das einmal aus der Tafel gewesene Essen Prcißgeben wollte. Jedoch können auch hier die unangerschnittcnen Essen wenigstens auf den Cammcrdicrncr- und andern Tafeln des folgenden Tages ge«brauchet werden. Die angeschnittenen Essen abersollte man den Armen geben, damit man dem Wer»schleppen der Bedienten desto eher allen Borwandbenehmen könnte. Uehcrhaupt billige ich die Ein-richtung sehr, die ein gewisser großer Hof gemacherhat. Der Ober-Küchenmeister empfangt die zurTafel ausgeworfene Summe, mit derselben muß«r umkommen, und hat keinen Nachschnß zu ge«warten. Dahingegen brauchet er auch keine Rech-nung abzulegen, so daß er gewissermaßen als En-rrepieimeur anzusehen ist. Hierdurch wird derObrist-Küchenmeister bewogen, ungleich mehr Auf-merksamkeit zu haben. Dennoch geht es bey einersolchen Einrichtung noch gar nicht genau zu. Ichweiß besondere Umstände, daß ein Küchentrager,der die Victualicn vom Markte in die Küchen tragt,dennoch von den heimlichen Accidenlie« sein ganze-Haus hat ernähren können.
§. 46z.
-N der Tafel«ehörct auch dieKüche, Kellerev,Conditeievu.dieSilbercamnrcr.
Zu der Tafel werden noch verschiedene andere An-stalten erfordert, als die Küche, die Kellerey, die Con.diterey, und die Vorsorge für das Silberservice, wel-ches