590 Von eigentlichen Cammerausgaben.
schaft, um nach gemeinem Stil zu reden, dieAnwer-bung um eine Gemahlinn und viele andere dergleichenFälle, nicht durch den ordentlichen Gesandten verrich-tet werden können: sondern es muß noch ein besonde-rer außerordentlicher Gesandter abgeschicket werden,der sich insgemein prächtiger aufführet, als der ordent-liche, und der öfters zo bis 52000 Rthlr. zu Bestrei-tung der Unkosten erhalt. Die geheime Correspon-denz ist auch eine wichtige Numer in den Ausgabengroßer Höfe, die schwerlich ersparet werden kann, wennsie dieGewälke, die sich an dem Staatshimmel vonEuropa zusammen ziehen, bey Zeiten entdecken wol-len. Nun pfleget man zwarzu den Gesandtschaften,besonders zu außerordentlichen und prächtigen, insge-mein Leute zu erwählen, die reich sind, und aus ihremeigenen Vermögen etwas zusehen können Ich lasseauch diese Maxime gern gelten, besonders wenn esdaraufankömmt, nur ein Compliment machen zu las.sen; allein, wenn man diese Maxime auch bey ordent-lichen Gesandten, die öfters schwere und wichtige Un-terhandlungen unter Händen haben, in Ausübungbringen will: so leidet die Sache nicht selten Nach-theil dabey. Denn ob man zwar in solchem Falle,wenn die eigene Geschicklichkeit des reichen Gesandtenetwas zweifelhaftig ist, demselben einen geschickten Le-gationsrath oder Secretair zuzugeben pfleget: sokömmt doch dabey auf die eigene Aufführung des Ge-sandten ungemein viel an; und derLegationssecretairkann nicht allenthalben zugegen seyn, wo der Gesandteist, wenn man nicht deutlich sagen will, daß derHerrGesandte eine Maschine vorstellet. Ueberdieß, wennder Hof nicht unbillig seyn will: so muß er doch in derFolge gegen den Gesandten, der viel aus sei' em Ver-mögen zusehet, sich erkenntlich erweisen, es sen durchgrößere Bedienungen, oder aufeineArt w>'e es will;und was soll alsdann durch diese Maxime dem Staa-te