6»2 Von eigentlichen Cammerausgaben.
der Künste Anstalten zu machen, und zu dem EndeMaler- und Bildhauer-Academien zu errichten. Manmuß bey solchenAnstalten freylich dieCammer schonen,die, wie man aus dem vorhergehenden genugsam sieht,mit einer so großen Menge nothwendiger Ausgabenbelästiget ist. Ällein,die AuSgaben müssen doch solcher-gestalt beschaffen seyn, daß man dadurch den vorhaben-den Endzweck erreichen kann, oder es ist besser, solcheAnstalten gar zu unterlassen. Wenn die Pensionen derMaler und Bildhauer,so bey solchen Academie» lehrensollen, so gering sind, daß man dafür keineg schicktenjeute bekommen kann, wenn die auSgesehten Preiste,sonderlich der zweyte und nachfolgend e, so klein sind,daß niemand seine Arbeit dafür hingeben will ^), undsich also auch niemand darnach bemühet; so würdeman diesen Aufwand überhaupt ersparen, und durchein gnädiges Bezeigen gegen die Künstler zur Aufnah.me derKünsteeben so viel beytragen können.
Gleichwie ich schon einmal in diesem Werke bemerkethabe, daß die meisten Anstalten vieler Höfe nichtauf das Gründliche gerichtet sind, sonder» nur aufdas, was Aufsehen in der Welt machet; so hat es mitdergleichen Akademien der Künste eben diese Be-wandtnis Die Welt soll nur wissen, daß man eineMaler-und Bilohaner-Academie hat, weite, suchetman nichts. Allein, ob diese Acaeemie ihrem End-zwecke eine Genüge leistet, darum bekümmert mansich nicht. Wenn man den geringsten Endzweck aufwirkliche Beförderung der Künste hatte; so wüßteman wohl einsehen, daß eine silberne Medaille, zw eyThaler am Werth, kein Pramium ist, daS einenKünstler zu arbeiten anreizen kann, zumal wenn erdavor das Eigenthum von seiner Arbeit verlierensoll. Es ist zu vermuthen, daß die Monarchen vonder Beschaffenheit solcher Prämien nicht allemal et-was wissen. Wenigstens sind der Kaiserinn Maj.viel zu großmüthig, als daß mit ihrem Wissen der-gleichen Prämien ausgesetzet werden könnte».
§. 5 ^ 4 .