Von Bezahlung der Schulden. 617
*) Vor allen Dingen aber er fordert es die eigene Erhal-tung dcS Staats, daß ma n aufBezahlung der Schul-den bedacht ist. Wenn warn niemals zu einer ordent-lichen Wirthschaft g« langer; wenn man immer inTag hinein wirthschaftet; wenn man sich immer inneueKriege und Unternehmungen eiulaßr, ohngeach-tet man an den schädlichen Folgen der vorhergehendennoch genug zu bessern hatte; so kann endlich nichts alsdie schwache undOhnmacht des Staats, und endlichsein gänzlicher Verfall erfolgen. So wahr dieses ist;so wird es doch von den Ministern, die dergleichenBetrachtungen hauptsächlich anstellen sollten, gänz-lich in den Wind geschlagen. Sie sind zufrieden,wenn sie nur noch immer die Kosten zu ihren unüber-legten Unternehmungen durch Bedrückung der Unter-thanen und tausend außerordentliche Mittel und Wegeaufbringen können, von welchen der Herr von Mon-tesquieu saget, daß sie öfters in der That so außer-ordentlich sind, daß der lüderlichste Verschwender nichtdarauf verfallen sollte.
§ 5t9.
So unläugbar diese Wahrheiten sind; so wird es Auf was Artdoch gemeiniglich sehr schwer,zuBezahlung derSchul- lung derSchul-den zu gelangen. Die Schulden entstehen fast alle- den gelanget,mal, wenn der Staat in Krieg verwickelt wird, oderandere Noth-und UnglückS-Falle erleidet, die starkenaußerordentlichen Aufwand erfordern; man hat aberauf dergleichen Vorfälle keinen Schah, oder baarenGeldvorrakh gehabt; folglich hat man sich in Schul-den einlassen müssen. Es walket also allemal derUm-stand daben vor, daß die Einkünfte des StaakS aufden ordentlichen und gewöhnlichen jährllchenAufwanhaufgehen, und wenig oder nichts übrig bleibt. Daentsteht nun allemal die große Frage, wo die MittelHerkommensollen, die Schulden abzutragen? Wenndie Einkünste des Staats jährlich aufgehen; so ist esnatürlich, daß man nicht zu Bezahlung der Schul»den gelangen kann, wenn nicht entweder die Einkünfte
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