Fuͤnffte Unterredung. 139————
Du augekommene ſehen mogen, wie welſſe
ahne er hat, und ſich bey Zeiten einenvortheilhafftigen Begriff von ſeiner Perſonmachen.
Warum nimmet er doch ſo vlelerley mitfeinem zerdruͤckten Hute vor? Bald laͤſſeter ihn ganz unachtſam an den Fingerſpizen
eras hängen, bald drüͤcket er ihn mit dee-en Händen an das Kinn, ſchläget die Au-Ges hieder, und geiget ſich mit huldvollenGebaͤrden; bald faͤhret er damit gegen die-Seite, bald gegen jene, bald haͤlt er ihnſchlef, dald gerade, bald ſchwinget er ihnrechts, lincks und im Krayſe. Endlich nim-
met er ihn wieder unter den Arm. Wo-zu hilfft das alles?
Alle dieſe Bewegungen, davon man ge-encken moͤchte, ſie geſchaͤhen nur von ohn-gefahr, ja zuweilen wieder ſeinen Willen,werden mit ſonderbahrem groſſem Bedach-e vorgenommen. Der Hut hilfft dazu,ab er beſtaͤndig etwas ariſges vornehmenkan, in welchem Stuͤcke das HauptwerckIner ruͤhmlichen Eigenſchafften beſtehet.er Hut giebt ſeinen Reden den gehoͤri-den Nachdruck, und den Gebauͤrden ein neuesLeben. Was vor ein ſinnreicher Verſtand,und was vor Nachdenken gehoͤret nicht dazu -on man aus dergleichen Sachen etwasartiges, etwas neues, etmas vortheilhaff-üges machen kan, welche der groͤſte Theil desmenſch-
DieErzie-hung derSohne.