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Sechster Theil. Welcher dasjenige zu betrachten darstellet, was zum gesellschafftlichen Leben der Menschen gehöret.
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Eilfte Unterredung. 357

zuͤhmte Volker, davon wir Nachricht ha⸗ Die Klei-

en, richteten ihre Kleibung ein, wie es ih⸗ dung.

mpfindung von Hitze und Froſt erfor-derte, und behielten zugleich eine unveraͤn-Dulce Ehrerbietung vor den Wohlſtand.wer Geſetze der Beduͤrfniß veraͤndern ſich,

ſicr die Geſetze der Erbarkeit veraͤndernich niemahls.

ehen wir um uns, ſo erblicken wir

8 2 zahl-—

nach der Beſchaffenheit von der Witterungihres Landes ein, iſt ſelbige gemaͤßiget, ſogehen ſie leicht bekleidet, oder meiſt nackend.ieſes iſt keine Barbarey, ſondern ein Be-fehl der Vernunfft. Denn ſie aͤrgern ſichan ihrer Bloͤſſe eben ſo wenig, als wir anauem Pferde das keine Decke auffiegen hat.en ſogenannten Wohlſtand hat nicht dieernunfft, ſondern die wunderliche Einbil-dungs⸗Krafft der Menſchen herfuͤrgebracht,elche mehr Luſt an Comödianten hat alsan vernuͤnfftigem Bezeigen. Was die Ver-nunfft verordnet, wird zu keiner Zeit wederabgeſchmackt noch lächerlich. Warum wer-en es denn die Gebraͤuche des Wohlſtan-es von einer Zeit zur andern? Die Grie-chen hielten es dem Wohlſtande zuwieder,aß die Reit⸗Pferde ihrer Kayſer mit bloſ-en Juͤſſen vor den Augen der ganzen Stadtonſtantinopel erſcheinen ſolten, darum zo-gen ſie ihnen ſeidene Struͤmpfe an! Dieſeseommet uns lächerlich fun. Es iſt aber nochdel laͤcherlicher, wenn man Völker vor Bar-aren ſchilt, weil ſie in ihrer Kleidung demusſpruche der Vernunfft folgen. U.