Band 
Erster Theil.
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125
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i. Abschn. Von der Erschaffung des Menschen und Lage des Gartens Eden. 12z

ch: durch die Sündssut in den Gränzen der Länder und dem Lauf der Flüsse entstanden seyn r-

sol: indem N/oseö die Gegend so beschreibet, wie dieselbe zu seiner Zeit beschaffen gewesen ;es auch gar nicht glaublich ist, daß der Hrddekel und Lrac-vordem Arme eines andernStroms solten gewesen seyn, hernach aber eigene Quellen bekommen haben ("0»). UndW ist merkwürdig, daß in Ansehung dieser beiden Flüsse nicht der geringste Zweifel beyi Schriftstellern angetroffen werde, der auch nicht stat findet: indem dieselben ihre Namenwenigstens meist, wo nicht ganz völlig, bis auf den heutigen Tag behalten haben. Dennden Flus, den die Hebräer Hiddekel genant, haben die Araber, und vieleicht auch die AstMer und Chaldäer, damals Dijlat geheißen, welchen Namen er noch jeßo füret; und^ phcrath, Lorat, oder Lrar, heisset noch jeßo Lrat bey den benachbarten Völkern.

, Euphrar aber ist einer von den verderbten Namen, den unsere Ueberseßungen von den! Dolmetschern entlenet haben: und welchen die Griechen, wie Reland s) gar ver-!wnftig angemerket hat, von den Persern hergenommen, die das Wort Ab oder Au, soWasser bedeutet, häufig den Namen der Flüsse vorgesetzet; aus welchem Wort und LracName Ettpbrat zusammengesetzt worden. Die andere Meinung, welche diesen Na-Wen aus der Verbindung des Lrats mit dem unmittelbar vorhergehenden Wort hua imdebräisthen herleitet, ist wunderlich, und setzt voraus, daß die Griechen mit diesem Fluserst betank worden durch Lesung dieser Stelle Mosis von der Lage Edens.

. . §' ' 46 .

Dre morgenlandische Völker legen verschiedenen Orten den Namen eines paradie- Verschiedenests bey, mehr ihrer anmutigen Lage wegen, als aus einer wirklichen Einbildung, daß die-andere Para-selben das Paradies Adams gewesen, als von welchem die Muhammedaner insonder-heit glauben, daß es nicht auf Erden, sondern im siebenten Himmel liege *). Unter denalten Persern haben einige vermeinet, daß es in der Sonne sey, so auch die Manichäerund andere Ketzer gethan haben; andere aber, daß es jetzo gar kein Paradies mehr gebe,

Nach der Auferstehung aber die Erde werde erncuret und in eine andere Gestalt geschmolzen,

>a in einen paradiesischen Zustand gebracht werden ; so daß sie geglaubt zu haben scher'.

Q z nen,

1 -Ukor. p. L4. §) Siehe die Einleitung §. 7L

Zweierley ist in diesem Vortrage ganzMiq. Einmal, daß man von der Lage des Para-dies mehr geschrieben und eifriger gestritten, alsgewesen In des Abt Calmeks hibl. tbeieedem äiölion.^iuU, üe la kidle p. und §L istVerzeichnis von 9 ausfürlichen AbhandlungenMer Lage ertheilt worden, denen aus Schereligs^viioth. äilp ereget. p zr.Z 4 Z; noch 19 andereSchriften beiaefügt werden können; vhnerachtetMchjedene alhier angefürte in keinem von beidenAAeichnissen vorkommen, auch in den mehlhor-Uchen Auszügen noch einige andere angetroffenAngleichen ist wol unstreitig, daß Mosesgreine volständige Erdbeschreibung derselben Ge-das Paradies gelegen, und der Flüsseselben ertheilen wollen; noch auch anders von die-fch.« genden reden können, als wie sie damals be-br.« gewesen, und in Absicht der Zeit, auch desbeu und wo er geschrieben, bezeichnet wcr-

' Bussen. Daß er aber eine Vorstellung solle er-

theilet haben, die weder den» jetzigen Zustande nochder jemaligen Beschaffenheit dieser Gegenden rechtgemäs gewesen, sondern auf unrichtigen Nachrich-ten beruhet: ist höchst nnerweislich Indem estheils gar nicht ungereimt ist, vielmehr durch un-leugbare änliche Fälle an andern Orten bestätigetwird, daß sich die Lage und der Lauf der Flüsse der-gestalt zuweilen geändert haben, daß der jetzige Au-genschein mit den Erzälungen der glaubwürdigstenGeschichtbücher voriger Zeiten unmöglich überein-kommen kan: theils selbst die Nachrichten neuererReisebeschreibungen nicht alle von gleicher Glaub»Würdigkeit sind, ja sich i„ Bestimmung der Lagennamhafter Orte oft sehr wiedersprechen; daher aufeine übereilte und manchmal sehr mangelhafte Aus-sage einer oder andern unter denselben, die Glaub-würdigkeit eines alten Geschichtschreibers eben der-selben oder benachbarter Gegend nicht füglich in Zwei-fel gezogen werden kan.