126 I Hauptst. Die algemeine Welthistorie bis auf die Süttdflut.
w^-nen, die ganze Erde sey vor dem Fluch, der bey dem Sündenfal auf dieselbe gelegt würde», I'ein Paradies gewesen'). Die irdischen Paradiese indessen, deren die Araber und Pek'ser erwenen, sind folgende: i. Die Ebene von Damascus, welche sie al Gauca nenne».
2. Gbolla, ein Flecken in Irak, an dem westlichen Arm des Schar al Arab, wo höchstanmutige Gärten angetroffen werden» z. Gcheb Bawan, ein Ort in Fars, oder dem el'gentlichen persien, am Flus Nüab, nahe bey LTkubendijan. 4. Sogd Gamarkand,odssdas Thal von Samarkand "). Gangdiz, oder das Schlos des Ganges,so auch Behischtr
Gang, oder dasparadies des Ganges, Arim oder Arm, desgleichen Tvubbar al ard,oder der Gipfel des Erdbodens genant wird. 6 . Iam ghert. Allein diese zwey lehten Or^sind erdichtet, und sollen gegen Morgen von China, in der Mitte der See liegen, wo sichbstLinie und der Thierkreis durchschneiden, genau 120 Grade von den glückseligen oder canarl-sehen Inseln entfernet, wohin sie den andern Durchschnit setzen. So daß diese zwey Ortevor paradiesisch gehalten werden, ihrer mathematischen Lage wegen unter den Durch'schnitten der Linie, wo sie meinen, daß die gelinde Luft eine außerordentliche Anmut verur-sachen müsse. Die Indianer setzen ihr irdisches Paradies in Caschmir, ohnweit der Quel-le des Ganges, woher das fünfte oben angefürte seinen Namen bekommen zu haben schei-net, ob es gleich in einen andern Welttheil verlegt worden: und das nicht nur der Anmutdieses kleinen Königreichs wegen *), sonderlich in Verglekchung der südlichen Gegenden vo»Indien, sondern auch weil der Flus Ganges, den bis Volkvor sehr heilig hält, daselbstseinen Ursprung hat >). Die algemeinere morgenländische Meinung aber ist, daß das Pa-radies in Serendib, oder vielmehr Selandiv das ist, in der Insel Selan, oder,wie wir eö falsch auösprechen, Ceylon oder Zeilan gewesen sey -) (?). Die arabischeSchriftsteller melden auch verschiedene Paradiese, als das zu Iram oder Aram, in W?man oder dem glücklichen Arabien, welches von Gchaddad, dem Sohn Ad, erbauetworden, der durch ein gütliches Gericht nebst seinem ganzen Volk vertilget worden, daß sei»Pallast und Garten, womit er übermütig gepranget, unsichtbar worden, ob sie gleich nochbis auf den heutigen Tag erhalten werden; daher sie niemand als auf besondere Erlaubn^GOttes zu sehen bekomme: welche Gnade jemand, mit Namen Colabah, unter der Regie-rung des Califen n^oawiyah «), genossen zu haben vorgegeben. Ausser dem gedenke»sie noch eines Paradieses, welches von den Molahidah oder Ismaeliren, einem Sta^ >von Fürsten, so die Europäer Assaßmer nennen, in einem Thal in Curdistan angeleget ^worden. Welches dazu besinnt gewesen, durch seine Anmut diejenigen, denen es gezeMworden, zu entzücken, und ihnen die Einbildung beizubringen, daß eö in des Fürsten Gewaltsiehe sie ins Paradies zu versehen, folglich durch die Hofnung solcher Glückseligkeit dieselbe»zu einem blinden Gehorsam gegen alle seine Befele zu verpflichten, sogar alle BoSheite»auszuüben, die er seinen Absichten gemäs finden solte. Auch sind die alten Heiden nicht oh»teinige dunkle Ueberlieferung von einem Paradies gewesen, oder vielmehr von verschiede»?»Paradiesen, welche sie aber ausser unserm vesten Lande in dem grossen Weltmeer, oder st»- Iseit desselben in einem andern Hemisphärio gesucht; dergleichen die Gärten der ^esss^ >xidum, die glückseligen Inseln, Ggygia, Taprobane u. a. m. gewesen ^)., Wewst
Artt !
HFH^llerelisione vLt. pert.-i")p. etzöl. !
c. 10 p. 172. 2) vki fuppL x> Z78. c. p-2. ?'
(D) Dr'v bedeutet in der malabarischcir Spra- (E) Ma» mns ssck wundern, daß le Llercche eine Insel. rendib für Madagascar halten können (8). !
l8) 6vmmeok. >» 6en. c. 8. p. 7-. !