Band 
Erster Theil.
Seite
132
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IZ2 i Hauptstück. Die algemeine Welthistorie bis auf die Sündsiut.

-sie vorgeben, daß sie anfänglich das Vermögen der Vernunft und Sprache gehabt habe,

' so daß Eva dieselbe gar wohl verstehen können (^). Andere aber, die solches vor gar Z»unglaublich gehalten, haben sich eingebildet, daß es gar keine eigentliche Schlange gewe-sen, sondern blos der Teufel unter diesem Namen vorgestellet werde; welche Meinung absknicht geringern Schwierigkeiten unterworfen ist. Denn obgleich der Teufel in der Schrssvfte die Schlange, und die alte Schlange genennet wird; so ist doch unbegreiflich, wieer solte haben können das listigste Thier des Feldes genant werden. Auch verstattetdieder Schlange auferlegte Strafe nicht, zu zweifeln, daß wenigstens der Leib einer Schla»'ge bey derselben Handlung gebraucht worden (Die gemeineste demnach, ja, dieWarheit zu sagen, die einige warscheinliche Meinung ist diese, daß es der Teufel gewesen,das ist, ein gefalner und boshafter Geist, allem Ansehen nach der oberste unter denselben,der die Glückseligkeit der Menschen beneidet, und daher den Vorsah gefastet, sie in gleichesElend mit sich und seinen abtrünnigen Gesellen zu stürzen: auch solchen Vorsah zu bewerk-stelligen, sich des Körpers einer Schlange (^), als des bequemsten Werkzeuges zur glück-lichen Volfürung feines Anschlags, bedienet. Welche Meinung vernünftig zu seyn schei-net, nicht nur der Unwarscheinlichkeit wegen, daß ein unvernünftiges Thier dem Men-schen bey dem damaligen Gipfel des Verstandes solte überlegen gewesen seyn; sondern auchum des Zeugnisses anderer Schriftstellen willen, in welchen der Teufel die alte Schlangegenant wird ?), auch von unserm Heilande selbst versichert wird, daß er ein Mörder vonAnfang gewesen, das ist, von der ersten Schöpfung an; womit auf desselben damaligeklägliche Zerstörung des Menschen gezielet wird. Auf gleiche Art versichert der Verfassedes Buchs der Weisheit, dem die Lehren der jüdischen Kirche nicht unbekant gewesen,daß durch des Teufels L^eid der Tod in die Welt gekommen sey s),

§. 25 '

Dffenb. ir, 9. ») Weich. 2,24.

(F) Joseph«« hat angenommen, baß alle Gerschöpfe damals einerley Sprache geredet, und daßdie Schlange, die mit Avam und 'Eva vertraulichumgegangen und durch Beneidung ihrer Glückse-ligkeit aufgebracht worden, die Frau boshafter Wei-fe überredet habe, von dem Baum des Erkemnisseszu essen: wofür dieselbe, ausser andern Strafen, desGebrauchs der Sprache und ihrer Beine beraubet,und genÄiget worden nachher auf dem Bauche zukrieche» (p). AbenEsta und andere find eben die-ser Meinung. sR. Vicl. äexiä. Ärsuchii l)u-via hiftorirs Dftp 4.7

(nr. B.) Die Meinung, baß bey der Verfä-rnng der ersten Menschen keine natürliche Schlangegebraucht worden, sondern blos Satan allein be-schäftiget gewesen, entweder unsichtbarer Weise, oderin einer angenommenen Gestalt einer Schlange,oder in Gestalt eines Engels des Lichts, ist schonvom Stencho Engubrno vorgetragen, in den-mmn Zenm aber mit häufigem Beifal angenom-men und ziemlich scheinbar gemacht worden; wei-ches sonderlich geschehen von Joh. Christoph Grt-kob in ierpente non puniko c»ni 8stsno, Joh.Reitth Aus äe lerpente lsän6kors non nslursli,Läioloäisbolo, dem junger» Lampeg. DitNNga

( 9 )l>.k.c.>.§ 4- <ie r

äe lcrpentc veteratore, Sregm. -^osman in deUAnmerk. über einige Stellen des 1 D. Mostsbey den Werken des Jean d' Ejpagcn p. 92, JobJac. Ramback) in der Rirchenhistorie des altesTrst x>. 6l tgq. und in Christo inMoftLerr rp.iz, auch Hrn. D. Joach Langen im 2 Theilder csuuse äei p. 228, der oeconom. tälutis p. ilsund dem Ltcht und Recht über I Mos Z. Weilaber dadurch der Wortverstand des mosaischen M-richrs zu sehr verlassen wird: so ist allerdings dieat-yier angefürte Meinung vorzuziehen, weiche ai»ausfürlichsten bewiesen worden in Hrn. Jaceomw. äs snßeiis teei. 4 esz,. z c!e ierpente <ie-ceptore p. 498 - 581 , womit zu vergleichen Fach'Drap« töeol. reu. controu. tonn 2P. 14t! tg. UliOdesselben äiC äs tentativne Krise, ingleichen TiletN-And Rlvliir terpens ilie snüguus teäuölor, Idh-Akljchmuth« äs teäuÄlnne serpentis zncigudIs Lgusti äe lerpcnkc prokopiaftorum scänLiore,Joh pajchri äs ierpente teäuüore, und Chri-stoph IBegleiters äe ferpente tcntstore.

sG> Die Araber waren vor den Zeiten des Mo-hammed der Meinung, daß die Teufel in lautetSchlangen verwandelt worden (io).

lix. Ülukamm. b!d. r. p. 171,