Band 
Erster Theil.
Seite
133
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2 Aöschnit. Bork dem Sündenfal der Menschen,

IZZ

§. i;;. Jahr r>. w. r.

Die Ursache, warum der Teufel bey diesem Vorhaben lieber den Körper einer"

Schlange als eines andern Thieres erwälet, ist ohne Zweifel in der Verschlagenheit zu su-- Warum er

chen, welche LVoses diesem Thiere beileget; die aber vielsicht nicht sowol in einer tückischen schlänge

Arglistigkeit, als vielmehr in einer schmeichelhaften Zuthulichkeit und Umgänglichkeit mag erivältt.bestanden haben (H). Daß aber die Schlange vor dem Fal von solcher Art gewesen, undnicht auf der Erde gekrochen, sondern aufgerichtet einhergegangen (^), auch durch ihr rei-zendes Betragen ziemlicher mästen die Neigung und Gunst unserer ersten Eltern gewonnen;ist nicht nur eine Meinung mancher Juden ^) und Christen , sondern scheinet auch ei-nigen Grund in der Schrift zu haben. Denn indem GOtt saget, daß er Feindschaft setzenwolle zwischen der Schlange und dem Weibs, zwischen jener und dieser Samen: so zeigetsolches an, daß vorher eine Art der Freundschaft zwischen ihnen stat gefunden habe. Es istdaher gar nicht unwarscheinlich, anzunemen, daß diese Creatur beim Adam und Eva be-liebt gewesen, und daß die letztere sonderlich dieselbe gern um sich gehabt, sie vieleicht auf ih-ren Schoos genommen, um ihren Hals gewunden, oder um den Arm geschlungen. So daßdiese Vertraulichkeit derselben mit dem Weibe sie zu einem um so viel bequemern Werkzeugdes Teufels zu seinem Vorhaben gemacht, daß, nachdem er sich ihrer bemächtiget, er vor derEven lustig mag gespielet haben, bis er unvermerkt sie zu dem verbotenen Baum gebracht, sichum desselben Zweige geschlungen, und Volt der Frucht desselben gegessen, um ihr durch Erfa«rung zu zeigen, daß darin nichts vorn Tode befindlich sey, ehe er zu reden angefangen; da-her derselben Sprache die Even vieleicht am wenigsten befremdet, indem sie gar warschein-lich denken können, welches dieselbe auch ausdrücklich mag versichert haben, daß solch neuerhaltenes Vermögen von der Kraft dieser Frucht herrüre

§. is6.

Diese jetzt angefürte Mutmaßung wird noch warscheinlicher, wenn man zugrebt, daß Von welcherdie Schlange, deren Leib der Teufel besessen, nicht von einer gemeinen und gewönlichen Art djeM^gewe"der Schlangen gewesen, sondern von einer Gattung der glänzenden und geflügelten Schlan- se„.gen, welche dem Bericht nach in Arabien und EMPteir angetroffen werden. Sie sindvon einer glänzenden gelben Farbe, wie Erz, und verursachen durch die Bewegung ihrer Flü-

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. (H) Die Muhammedaner tragen sich mit einerNachricht, daß der Teufel, da er in das ParadiesAndringen wollen, Adam zu verfüren, von derWache nicht sey eingelassen worden. Daher er dieThiere eins nach dem andern ersuchet, ihn hinein zutragen, um mit Adam und Eva zu sprechen: wel-che ihm aber solches sämtlich abgeschlagen, bis aufdie Schlange, welche ihn zwischen zwey ihrer Zah-ne genommen, und so hinein getragen (n).

(I) Die Mohammedaner sagen auch, daß dieSchlange damals von ausserordentiicher Schönheit,Und gar nicht von der Gestalt gewesen, die sie nun-Wehrhat'ir).

. (nz B) Diese Meinung von dem GenusAr verbotenen Frucht von der Schlange in EvensGegenwart, wird nicht nur durch 1 Mos6 war-lcheinlich, alwo gemeldet wird, sie habe gesehen,

daß von dem Baum gut ;u essen sey; welchessie eher und eigentlicher sehen können, wenn solchEssen vor ihren Augen damals vorgegangen, als oh-ne dasselbe: sondern macht auch begreiflicher, wieEva durch solche betriegliche Erfarung sowol zumZweifel an der götlichen Drohung der Todesstrafe,als auch zum Beifal gegen die Versicherung von ei-ner durch den Genus dieser Frucht zu erhaltendenErhöhung der Erkentnis und Fähigkeit, so leicht ge-bracht werden können. Wovon Delany (m.)Abh. r § n»P. Zr der lemckerr'siheir Übersetzungzu vergleichen ist. Die vorgegebene grosse Ver-traulichkeit käst sich übrigens mit den folgendenMulmassungen von dem ausserordentlichen Glanzdieser Schlange, und der Einbildung Evens einenEngel des Lichts vor sich zu haben, nicht reimen, istauch an sich übertrieben worden.

Hlo-'sc«»-in Mcor. y. rs, (>2) Siehe ikillrw.