Band 
Erster Theil.
Seite
134
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iz-r- i Hauptstück. Die algemeine Welthistorie bis auf die Sündflut.

iv^'-gel und Schwänze, vermittelst der Zurückwerfung der Sonnenstralen, ein prächtiges Ansehen.Ist nun dieSchlange, deren leib der Teufel gemisbraucht, von dieser Art gewesen, oder wolgar von einer vieleicht noch weit schönern Art: jo hat dieselbe ein sehr bequemes Werkzeugseiner Absichten abgeben können. Denn diese Schlangen werden in der Schrift Seraphimgenant ^; und haben solchen Namen denselben herlichen englischen Wesen ertheilet, die wirgemeiniglich unter dieser Benennung verstehen. Wobey sehr warscheinlich ist, aus den inder jüdischen Kirche geduldeten Abbildungen davon, daß die Engel, wenn sie Adam undEva bedienet, gewont gewesen, gewisse glänzende Gestalten anzunemen: einige die Gestaltder Cherubim, oder ansenlicher fliegender Ochsen; andere aber der Seraphim, das ist,geflügelter und glänzender Schlangen ("?). Der Teufel hat demnach gar wol den Leib ei-ner dieserArt glänzender Schlangen annemen, und denselben, nach seiner Kunst und Geschick-lichkeit in natürlichen Dingen, zu einem so ausnemendm Glanz erhöhen können, damit ihndie Eva vor eine englische Erscheinung, oder vor die Schechjnah ansehen möchte (K), dersie gewonet gewesen. Und wenn solches geschehen, so ists kein Wunder, daß er dieselbe soleicht betrogen hat. Dem sey aber wie ihm wolle, so ist wenigstens vernünftig zu vermuten,daß es ein schön Geschöpf gewesen sey, so Eva bey dem mit ihr gehaltenen Gespräch voreinen Engel angesehen, der es mit ihr gut meine. Denn so einfältig und unwissend kanman sich dieselbe unmöglich vorstellen, daß sie solte geglaubet haben, daß die Thiere redentönten; noch vielweniger aber, daß dieselben von dem Willen GOtteö mehr wissen sollen,als sie selbst. Es scheint auch nicht glaublich, daß sie solte haben können betrogen werden,als nur durch ein Geschöpf, welches ihr so herlich vorkommen, daß sie dasselbe vor einen him-lischen Boten gehalten, der vieleicht gekommen ihr das Gebot GQttes zu erklärenWenn wir auch die Art erwegen, mit welcher sich der Versucher an sie gemacht (^), so wirddadurch diese Vermutung nicht wenig bestätiget.

§. i57.

,) 4 Mos.r>, 6 .

(114. B.) Der Erzbischof Thom. TennLsoir batdiele Erleuterung von den fliegenden und glänzendenSchlangen sonderlich aufgebracht, in der Schrift oki-lolstr^ p. Z;i - Z^6,so Sim Patrick in seiner Aus-legung der Bücher Mvsis über diese Stelle weiterausgesäet, welches auch vorn Wegleiter fle ter-xents tentstore geschehen, ingleichen in Delanp(in.) Abhandl. 6 und dem 2 Zusah des Hrn.-Heinr-Christ. Lemckers >>.421.

(K) Dieses scheinet die Meinung des Tertullia-nus gewesen zu seyn, wenn er saget, daß Eva derSchlangen mit solcher Aufmerksamkeit zugehÜret,als ob es der Sohn GOttes gewesen u.s f. 11z).

, (ii; B.) Die ganze Mutmaßung, daß der Ver-furer sich vor einen himlischen Geist ausgegeben,wenigstens von der Even davor angesehen worden,stimmet mit dem Gebrauch einer natürlichen Schlan-ge nicht so gut uberein, als mit dem Vorgeben ei-ner blos angenommenen Gestalt eines Körpers; hatauch sonst ihre grosse Schwierigkeiten: indem dievorgegebene Unwissenheit der eigentlichen Beschaf-fenheit des gütlichen Verbots, und der geringsteSchein eines Widerspruchs dagegen, Even notwen-dig weit mehr befremden müssen, als die Entdeckungeines neuen Vermögens an einem ihr nicht unbe-

kanten Thiere, wovon sie, ihrer Meinung und des-selben Vorgeben nach, die Ursach auch vor Augen ge-habt. Ja die qötliche Zulassung der Berfürung undBestrafung des erfolgten Fals wird um soviel un-begreiflicher, folglich die ganze Erzälung verdächti-ger ; je höher diese Verstellung Satans getriebenwird: indem dadurch an stat einer Begreiflichstund Möglichkeit hintergangen zu werden, eine Un-ausbleiblichkeit und Unvermeidlichkeit herauskomt;sonderlich wenn diese Erscheinung gar das Ansehender Scliecliina oder des Sohnes GOttes solte ge-habt haben, wie Epiphamus und andere vermeint.

(L) Der gelerteAbravanel meinet, daß die gan-ze Begebenheit ohne Unterredung vorgegangen sey,und weder die Schlange etwas gesprochen, noch Evadas geringste zu derselben gesagt: sondern daß dieSchlange, als ein sehr hurtiges und gelenkiges Thier,sich nur auf den Baum der Erkentnis geschwun-gen, und die Frucht desselben gegessen; daher Eva,als sie gesehen, daß solches einigemal geschehen, unddieselbe davon nicht sterbe, daraus bey ihr selbst ge-schlossen, daß gedachte Frucht den Tod nickt ver-ursache, vielmehr nicht nur von gutem Geschmacksey, sondern auch eine Erkentnis verschaffe, die ih-nen GOtt zu misgönnen scheine (14).

(>;) prr-tcvyt. k-er-r. p. -ro. (,->) kosy okvivlnitx p. ,z?.